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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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204 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.

auf den Paristand erhoben, aber einmal war es die Drainage,welche das Agio künstlich hoch hielt, und dann hatte man keineGoldreserven für die ungünstigen Zeiten und konnte nicht ständigGold exportieren. Wie auch in andern Ländern, so zeigte sichdamals in Spanien, daß das viele, im freien Verkehr sich nochbefindende Gold für die Sicherung der Parität des Wechselkurses.nahezu gleichgültig war. Aus folgender Tabelle über das Franken-agio auf der Madrider Börse dürfte dies klar hervorgehen:Höchster Stand: Niedrigster Stand: Jahresdurchschnitt:

1882

3,305%

0,603%

1,832%

1883

1,832%

1,112%

1,555%

1884

2,145%

0,603%

1,114%

1885

3,519%

0,200%

2,071%

1886

3,626%

0,200%

2,040%

1887

1,832%

0,603%

1,036%

1888

2,150%

0,950%

1,695%

1889 5,400%

1,950%

3,188%

1890

6,350%

1,450%

4,270%

1891

14,100%

2,200%

6,687%

Zu dem ständig ungünstigen Stande der Valuta nach 1882trug die Bankpolitik der Bank von Spanien viel bei. Im Gegen-satz zu den Gepflogenheiten anderer Zentralbanken hielt sieihren Diskont- und Lombardzinsfuß¹) Jahre lang unter dem.Realzinsfuß der Staatspapiere. Die 40/ oige äußere Rente, welchesich bei einem Kursstande weit unter Pari in den Jahren 1882bis 1890 durchschnittlich mit 6,60% ca. verzinste, belieh dieBank mit einem durchschnittlichen Zins von 41/2% in dergleichen Periode. Eine solche Währungspolitik bedeutete aberein völliges Aufgeben des Schutzes der intervalutarischen Kurse,denn die äußere Rente befand sich mit Ausnahme eines kleinenBetrages von etwa 50 Millionen Pesetas, der im spanischen Be-sitze war, im Jahre 1882 noch fast vollständig in französischen.Händen und wurde wegen des Zinsgewinnes mit dem von der

1) Diskont- und Lombardzinssatz der Bank von Spanien warenmeist gleich. Seit Jahrzehnten haben sie die gleiche Höhe und differierennicht um 1% wie bei vielen andern Notenbanken.