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248 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
da man keine starke Hand bemerkte, welche die Währungschützte.
Die Einführung des Affidavits, die Einstellung der Silber-prägung durch den Staat und die teilweise Erhebung der Zöllein Gold, das waren die ersten Versuche der Regierung zurSenkung des Agios. Die Ergebnisse waren nicht gerade trost-reich. Das Agio war seit den Anfängen der ,, Valutaregulierung"im Jahre 1899 nicht nur nicht gesunken, sondern hatte sichvon einer mittleren Höhe von 24,59% im Jahre 1899 auf38,316% im Jahre 1901 und auf 35,768% im Jahre 1902erhoben.
Von dem Ziel, welches sich die Regierung gesetzt hatte,einen Paristand der Peseta mit dem Franken zu erreichen,war sie noch weit entfernt. Jetzt glaubte nun die Regierungdurch eine umfangreiche Bankreform- Gesetzgebung die Valutabessern zu können. Es kam vor allem der Regierung daraufan, den Staat allmählich von seinen Verpflichtungen gegen die.Bank zu lösen und diese zu einer Reduzierung der Noten-zirkulation zu bewegen. Vorbereitende Schritte in diesemSinne hatte der Staat bereits seit dem Jahre 1899 getan. DurchVertrag mit dem Finanzministerium hatte sich die Bank von Spanien schon im August 1899 verpflichtet, den Vorschußzinsauf die schwebenden Kolonialschulden des Staates, die damalsnoch 1100 Millionen Pesetas betrugen, von 5% auf 21/2 0/0 zureduzieren; am 17. Juli 1902 wurden die Zinsen abermals, undzwar auf 2% herabgesetzt. Hierdurch wurde die Regierungin die günstigere Lage versetzt, Rückzahlungen ihrer Schuldenbei der Bank leichter vornehmen zu können.
Die Bank sollte dadurch veranlaßt werden, Banknoten ausder Zirkulation zurückzuziehen, und dadurch glaubte man dieWährungsverhältnisse bessern zu können. Ganz in diesem Sinnewurde das letzte, heute noch geltende Bankgesetz vom 13. Mai1902¹) erlassen. Besserung der Valuta war das Ziel, undMittel dazu sollte die Vernichtung von Banknoten sein.