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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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§ 13. ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DES PESETAKURSES. 247

in Gold zahlbar waren, wenn das Finanzministerium die Ein-lösung forderte.

Der größte Teil aller Zollzahlungen fand jedoch stets inausländischen Wechseln, namentlich in Frankenwechseln, statt.Durch die teilweise Erhebung der Goldzölle wurden nundie Absichten der Regierung auf eine dauernde Senkung desAgios nicht erfüllt. Denn der Staat erhielt dadurch vorläufignur die Mittel, welche zu seinen Auslandszahlungen für Zinsenund sonstige Ausgaben für Gesandschaften, Konsulate etc. hin-reichten. Die Einnahmen aus Goldzöllen, welche 1902 39,2Millionen Pesetas, 1903 49,2 Millionen Pesetas einbrachten,deckten zusammen mit den Erträgnissen der staatlichen Queck-silberminen von Almaden die ausländischen staatlichen Ver-pflichtungen von ca. 60 Millionen Franken.

Eine größere Stabilisierung des intervalutarischen Kurses,was jedenfalls eine bemerkenswerte Tatsache war, zeigte sichjedoch, als der Staat nicht mehr als größter Käufer von Aus-landsdevisen auftrat. Der Schwingungsspielraum des Peseten-kurses gegenüber dem Franken betrug in den dreijährigenPerioden vor und nach Einführung der Goldzölle:

1899 17,60%, 1902 8,35%,

1900 10,-%/ 0,

1903 6,8000,

1901 12,95%, 1904 6,-%.

Freilich wurde die Nachfrage nach Golddevisen auf dieeinzelnen Monate und Tage jetzt besser verteilt, indem nicht mehrder Staat mit durchaus notwendigem Bedarf für Couponszahlungenan bekannten Terminen als Käufer von Goldwechseln hervortrat,freilich hörte die Intensität und Zentralisation der Nachfrage nachDevisen auf Seiten des Staates auf, aber der Staat hatte nochnicht die Mittel, um aktiv auf dem Devisenmarkte einzugreifenund die starke Spekulation zu bezwingen. Exodromische Maß-regeln konnten noch nicht vom Staate ergriffen werden.

Infolgedessen hatte sich das Agio zwar stets gesenkt, wenndie Spekulanten Anstrengungen der Regierung zur Besserungder Währung wahrnahmen, jedoch war es immer wieder durch.die Haussespekulation in Franken in die Höhe getrieben worden,