Allein die Nationalbank erhielt das Privilegium der Silber-ausfuhr und zog aus diesem Monopol große Gewinne. Sieverkaufte Devisen an die Kaufleute, welche Zahlungen nachSilberländern zu machen hatten, gegen Silbergeld und führtePesos aus. So wurden allein in den Jahren 1790 bis 1795 vonder Bank 42 215 012 Silberpesos, eine für damalige Zeit unge-heure Summe, exportiert, wobei sie im Mittel 21/2% verdiente.Ebenso zahlte der Staat seine Zinsen nach dem Auslande inSilbergeld, da er mit ihm dort mehr Werteinheiten tilgen konnteals mit Goldgeld.
So vollzog sich der Auslandsverkehr Spaniens durchZahlungen in Silber , im Inlande waren bare Silbermünzen aberkaum mehr zu bemerken.
Spanien hatte bis zum Jahre 1823 Goldmünzen in valu-tarischer Stellung, akzessorisch behandelte der Staat bare undnotale Silbermünzen, Kupfergeld und seit dem Jahre 1780Papiergeld.
Welche Schicksale das spanische staatliche Papiergeld inden 70 Jahren seines Bestandes hatte, soll in Folgendem derGegenstand unserer Darstellung sein.
§ 3.
DIE STELLUNG DES PAPIERGELDES IM GELDSYSTEM.
Papierne Zahlungsmittel waren in Spanien schon frühzeitigbekannt, doch nur als lokales Geld und eigentlich nur episoden-haft aufgetreten.
Wie Colmeiro in seinem Werke ,, Historia de la economiapolitica de España" 1) berichtet, gab der Graf von Tendilla,welcher im Jahre 1483 auf königliches Gebot die Stadt Alhamagegen die sie belagernden Mauren verteidigte, im Namen desKönigs Papierscheine aus, um den Sold der Truppen damit zubezahlen. Er gebot, daß die Scheine von den Städtern zwangs-weise angenommen würden, und verpfändete sein Wort, daß
1) Teil I, S. 503.