VORWORT.
Die vorliegende Arbeit ist in der Absicht geschriebenworden, durch die Begriffe und Gesichtspunkte, welche GeorgFriedrich Knapp in seiner„ Staatlichen Theorie des Geldes" ge-schaffen hat, einigermaßen Klarheit in das fast undurchdringlicheGeldwesen Spaniens zu bringen. Es soll hiermit ein Versuchgemacht werden, den Kreis der Darstellungen zu erweitern,welche bisher nach der neuen Auffassung vom Gelde ent-standen sind.
Wie Professor Knapp selbst einen Überblick über dieEntwicklungsgeschichte der Geldsysteme Englands, Frankreichs ,des Deutschen Reiches und Österreichs gegeben hat, einigeseiner Schüler bereits die staatlichen Zahlungsmittel der Schweiz ,der Vereinigten Staaten von Amerika, Italiens und Indiens be-handelt haben, so wird im Folgenden angestrebt, die verschiedenenEntwicklungsstufen des spanischen Geldwesens seit dem Jahre1772 zu erklären.
Spanien stand zu Ausgang des 18. Jahrhunderts und imLaufe des 19. Jahrhunderts auf einer tieferen Stufe der Geld-entwickelung wie wohl alle bisher unter dem neuen Gesichts-punkt dargestellten Staaten. Wiederholte Kriege mit dem Aus-lande und den Kolonien, ständige innere Unruhen, Bürgerkriegeund finanzielle Nöte machten häufig eine Unterordnung dergeldpolitischen Zwecke unter die finanzpolitischen nötig; undin dem bunten Wechsel der Verhältnisse mag es wohl begründetsein, wenn die spanische Geldentwicklung bis zur Wende desneuen Jahrhunderts nicht in der Vollkommenheit erscheint wiein den andern Staaten.
Dagegen bildet das spanische Geldwesen mit seinen viel-fachen Geldformen und mit den verschiedensten Stufen der