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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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228 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.

vollständig selbst überlassen, ohne daß der Staat noch die Bank vonSpanien bestimmte Ziele hatten. Mangels exodromischer Maß-regeln verließ das bare Geld das Land, ständige Geldexporteund eine gesteigerte Weinausfuhr vermochten jedoch bis zumJahre 1892 ein stärkeres Anziehen des Frankenkurses nochaufzuhalten. Als aber im Jahre 1892 Goldausfuhr nicht mehrmöglich war, die handelspolitische Stellung weiter durch Auf-hebung der Handelsverträge mit Frankreich geschwächt wurdeund eine weitere Verschlechterung der staatlichen Finanzeneintrat, wurde ein hohes Frankenagio zu einer stehenden Er-scheinung. Die stets steigende Tendenz der fremden Wechsel-kurse war ein untrügliches Zeichen einer überwiegend passivenZahlungsbilanz.

Eine Besserung der Währungsverhältnisse konnte nureintreten durch eine finanzielle Reorganisation des Staates,durch Hebung der handelspolitischen Stellung des Landes unddurch eine wirksame Exodromie.

§ 13.

ERFOLGLOSE VERSUCHE ZUR BESSERUNG DESINTERVALUTARISCHEN KURSES.

Die Jahre der hohen Frankenkurse hatten natürlich ganzverschiedene Wirkungen auf diejenigen Kreise, welche vomAuslande Zahlungen zu empfangen hatten, und auf die, welchedem Auslande verpflichtet oder von ihm abhängig waren.

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Den spanischen für den Auslandsmarkt arbeitenden Produ-zenten brachte das hohe und steigende Agio besondersdas Agio des Jahres 1898 mit einem mittleren Standevon 54,156% bedeutende Gewinne und war für sie einaleatorischer Stimulus für die Ausnützung der Konjunktur. DieExporteure konnten bei der Umsetzung des Auslandsgoldpreisesin einheimisches Silbergeld durch billigen Ankauf der im Aus-lande gesunkenen spanischen Devisen oder durch Verkauf derim Kurse gestiegenen fremden Golddevisen im Heimatlandeeinen Gewinn erzielen, der ganz beträchtlich war. Denn ihre