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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
Seite
145
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III. KAPITEL.

DIE ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG INDER ZEIT VON 1868-1883.

§ 10.

DIE GRUNDSÄTZLICHE NACHAHMUNG DER MÜNZ-GESETZLICHEN BESTIMMUNGEN DER LATEINISCHENUNION.

Seit der ersten Weltausstellung in London vom Jahre 1851hatte sich in den kultivierten Nationen ein lebhaftes Verlangennach Einheit der Gewichte, Maße und Münzen bemerkbargemacht.

Auch in Spanien gewannen diese Bestrebungen immermehr Anhänger. Hatte man schon Maße und Gewichte mitden von Frankreich erwählten Maß- und Gewichtseinheiten inÜbereinstimmung gebracht, so glaubte man nach dem Abschlußder lateinischen Münzkonvention vom 23. Dezember 1865, wie-wohl man erst im Jahre 1864 ein nationales, neues Münzsystemeingeführt hatte, durchaus zur Münzeinheit mit den östlichenNachbarn vordringen zu müssen. In der Presse und im Parla-mente wurden die Rufe nach Anschluß an die lateinische Unionlaut. Man ging jetzt dem chimärenhaften Gedanken eines all-gemeinen Weltgeldes nach. Frankreichs Vorgehen nährte solcheIdeen.

Im Dezember 1866 lud nämlich die französische Regierungsämtliche Staaten Europas und die Vereinigten Staaten vonAmerika zur Beschickung einer während der allgemeinen Welt-ausstellung in Paris im Juni 1867 abzuhaltenden internationalenMünzkonferenz ein. Der ausgesprochene Zweck dieser Konferenz

Rühe, Das Geldwesen Spaniens.

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