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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.war, Mittel und Wege zu einer allgemeinen Münzvereinigungzu beraten, die man auf der Basis des Münzsystems der latei-nischen Union ausbilden wollte.
Die spanische Regierung zeigte damals große Geneigtheit,der Union beizutreten, und der Bevollmächtigte Spaniens aufder von 20 Staaten beschickten Münzkonferenz gab Aussichtenauf baldigen Eintritt seines Landes in die Münzunion.
Man versprach sich in Spanien davon eine bedeutendeBelebung des Handels und glaubte, schon durch Einführungsynchartaler Münzen würden Wechselkursschwankungen gegendie Unionsländer aufhören.
Einsichtigere Währungspolitiker waren bei der damaligenLage des spanischen Geldwesens gegen den Eintritt in die lateinischeMünzunion. Der Senator Vazquez Queipo, Mitglied der ständigenWährungskommission, erhob in Wort und Schrift¹) Einwen-dungen gegen den Anschluß Spaniens an die Union. DenMetallisten, welche vom Synchartismus mit den Konventions-ländern die gleichen Vorteile wie von der Adoption des fran-zösischen Maß- und Gewichtssystems erhofften, hielt er Folgendesentgegen:„ Liter und Kilogramm repräsentieren an allen Orteneine absolute Größe, während der Frank als Werteinheit anverschiedenen Orten eine ungleiche Kaufkraft besitzt." Qualität,Gewicht und Feingehalt des Franken, so argumentierte er weiter,könne man festsetzen, nicht aber seinen Kurs andern Länderngegenüber, der von Angebot und Nachfrage abhänge. MaterielleGleichheit des Geldes mit den Konventionsländern könne wohleinige Vorteile, bequemeren Reiseverkehr, leichtere Berechnungdes äußern Agios in einfachen Zahlen und leichtere Regulierungder Wechselkurse infolge Wegfalles des Schlagschatzes, niemalsaber absolute Festigkeit der für den Wechselkurs erwählten Ein-heit( fijeza absoluta de la unidad cambiable) bringen. Es seidaher eine Illusion, die man sich allgemein von den ungeheuren
1) La cuadruple convencion monetaria en su origen, objeto, ven-tajas e imposibilidad actual de su adopcion en España. Coleccion dearticulos publicados en« La Reforma por Vicente Vazquez Queipo,Madrid 1867.