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§ 4.
Kehren wir nun zur Metallvaluta zurück, so finden wirin der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch im Münzwesen eine vollkommene Indifferenz der spanischen Regierungen.
Das nach der Verordnung für die Münzstätten vom Jahre.1786 sich ergebende Ausmünzungsverhältnis von Gold- undSilbermünzen von 1: 16,508 wurde trotz aller Nachteile, welchesich dadurch für den innern Umlauf ergaben, unverändert auf-recht erhalten. Der Mangel an großem Silbergeld, welches imAusland als Ware viel besser zu verwenden war, wurde daherimmer stärker.
Wiewohl die spanischen Silberpiaster in solcher Mengeausgeprägt waren, wie bis dahin keine andere Silbermünze derWelt, ¹) so waren in Spanien selbst in den ersten fünfzig Jahrendes 19. Jahrhunderts Silberpiaster kaum in Umlauf.
Es kamen nun zwar stets starke Silbersendungen ausMexiko und Peru, denn fast alle in den Kolonien gewonnenenGold- und Silberbarren durchliefen Spanien in Münzform. Nach-dem 1537 in Mexiko, später in den andern Kolonien königlicheMünzstätten begründet waren, mußte denselben bei schärfsterStrafe alles in den Minen der Länder neu gewonnene Silberund Gold zur Entrichtung des Quinto 2) und zur Ausprägung
1) Nach einem Manuskript, welches sich in der Universitätsbibliothekvon Santiago de Galicia befindet, wurden in Münzstätten Spaniens von1690 bis 1822 geprägt: 60 232 008 Pesos fuertes in Goldgeld
1380 255 776
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22
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Silbergeld.
Humboldt schätzt die nach Spanien 1492-1803 übersandten Gold-und Silberquanten des spanischen Amerika auf ca. 4500 Millionen Pesosfuertes. Der bei weitem größte Teil davon bestand in Silberpesos.
2) Der Quinto, welcher Name auch nach Herabsetzung der Abgabeauf ein Zehntel des Betrages( nach 1572) fortdauerte, wurde für diespanische Krone als Abgabe für Minenausbeutung von Privaten einge-zogen. Er wurde, da man die Staatsabgaben leichter auf geprägte Münzen