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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
Entstehung
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197
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IV. KAPITEL.

DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGENDER PESETA SEIT DEM JAHRE 1883.

§ 12.

DAS SINKEN DES PESETAKURSES INFOLGE DERVERSCHLECHTERUNG DER HANDELSPOLITISCHENSTELLUNG UND DES MANGELS EXODROMISCHERVERWALTUNGSTÄTIGKEIT.

In den Jahren 1868-1882 waren die pantopolischen Ver-hältnisse, welche auf den spanischen intervalutarischen Kursgegen Frankreich wirkten , infolge reichlichen Kapitalzustromsaus Frankreich durchaus für Spanien günstig . Mit der September-Revolution des Jahres 1868 setzte ein gewaltiger Geldzuflußaus dem Auslande ein, der eine immense Verschuldung Spanienshervorrief und früher oder später seine ungünstigen Rück-wirkungen auf die Geldverhältnisse des Landes und die Wechsel-kurse haben mußte.

Die staatlichen Finanzen Spaniens waren 1868 sehr zer-rüttet, wurden aber durch ständigen Appell an den Auslands-kredit gestützt, wobei besonders Frankreich dem spanischenFiskus Summen vorschoß. Die Auslandsanleihen steigerten sichin den Jahren 1867-1877 von 1025 Millionen Pesetas auf4379 Millionen Pesetas, also um 3354 Millionen Pesetas.¹)

1) Allein in den Fiskaljahren 1868/69 bis 1872/73 wurden folgendeSummen an 3% iger äußerer Schuld( 1882 in 4% ige äußere Schuld um-gewandelt) emittiert und fast vollständig in Frankreich placiert:1868/69 1107 Millionen Pesetas

1871/72 1076

1872/73 871

وو

دو

"

"

Zusammen 3054

دو

99

Außerdem wurden in derselben Zeit 590 Millionen Pesetas spanischerSchatzbons an die Bank von Paris begeben.