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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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III. ENTWICKELUNG DER WÄHRUNG IN DER ZEIT VON 1868-1883.

zeigt sich die Erscheinung, daß Centenen Isabellas wegen ihreshöheren Feingewichtes einen mehrere Prozent höheren Kurshaben als Alphonsdors und die Onzen wie deren Teilstücke trotzgleicher proklamatorischer Geltung.

Goldgeld war im Jahre 1883 akzessorisch geworden undalle guten Absichten des Staates, es wieder in valutarischeStellung zu bringen, scheiterten. Der Staat ließ auch nach demJahre 1883 Goldgeld prägen, doch wurde es stets bei gelegent-licher Ausgabe sofort als Ware behandelt und schwand aus demVerkehr. ¹) Valutarisch blieb Silbergeld, da der Staat nicht dieKraft hatte, stets Goldgeld auf Verlangen an seinen Kassen zuzahlen. Eine automatische Regelung der Wechselkurse Gold-ländern gegenüber war infolgedessen nicht mehr möglich.

Wenn sich jedoch nach dem Jahre 1883 die notale Silber-peseta den Valuten der Goldländer gegenüber auf dem Pari-stande behaupten sollte, mußten andere Maßregeln ergriffenwerden, um eine Regulierung der Wechselkurse herbeizuführen.Im andern Falle mußte sich der intervalutarische Kurs der Pesetaanarchisch herausbilden.

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Wie sich nun die spanische Währung als notale Silber-und Banknoten valuta entwickelte, will ich an der Hand desfranzösisch spanischen intervalutarischen Kurses darzulegen.suchen. Denn der französische Frank blieb der ruhende Punkt,nach welchem man in Spanien stets die eigene Valuta beurteilte.

1) Namentlich im Jahre 1889 versuchte der spanische Staat nocheinmal, Goldgeld in Zirkulation zu setzen. Er gab einige Millionen PesetasGoldmünzen aus, die aber sofort ein positives Agio von 3% erhielten undvon der Bank von Spanien und andern Geldinstituten aufgesogen wurden.