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IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883.
Alle dem spanischen Staat zu ungünstigsten Bedingungengeliehenen Beträge fanden aber im Lande keine produktive An-lage, sondern wurden in einem ruinösen Bürgerkriege verwendetund hatten den Charakter reiner Defizitschulden.
Andererseits beraubte sich der spanische Staat in dieserPeriode durch den Verkauf der Kupferminen von Rio Tinto anenglische Kapitalisten für den Betrag von 98 Millionen Pesetasund durch Verpfändungen der Quecksilberminen von Almaden ständiger reicher Einnahmequellen.¹)
Wohl kamen in der Zeit 1868-1882 große Mengen Geldesins Land, für die Zukunft wurden aber damals die Grundlageneiner sehr mißlichen wirtschaftlichen und finanziellen LageSpaniens gelegt.
Nach Beendigung der Bürgerkriege und nach der Restau-ration der bourbonischen Dynastie nahmen die französischen Eisenbahngesellschaften auch den unterbrochenen Eisenbahnbauin Spanien wieder auf und emittierten in der Zeit von 1876bis 1882 ca. 700 Millionen Pesetas an Eisenbahn - Aktien undObligationen. Nach den Angaben von M. E. Théry und andernFinanzpolitikern sollten von den 3500 Millionen Pesetas anAktien und Obligationen spanischer Eisenbahnen, deren größterTeil vor dem Jahre 1882 ausgegeben wurde, im Jahre 1900etwa 2500 Millionen Pesetas Ausländern, größtenteils Franzosen, gehören.²)
Andere Industrie-, Minen- und Versicherungsgesellschaften,die namentlich wieder von Franzosen gegründet wurden, sollenin den Jahren 1868-1882 etwa 300 Millionen Pesetas in spa-nischen Unternehmungen investiert haben.
Während sich so die Ausländer der reichsten Erwerbs-quellen des Landes bemächtigten, schädigte die spanische Re-gierung die Produktionskräfte des Inlandes. Im Jahre 1869
1) Orti y Brull, La cuestion monetaria, Madrid 1893 , S. 255.2) Der französische Nationalökonom Neymarck schätzte 1891 dieAnlagen der Franzosen in spanischen Eisenbahn- und Industrie- Wertenauf: 2500-3000 Millionen Pesetas Eisenbahn- Aktien und Obligationen,1500-2000Industriewerte.
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