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Das Geldwesen Spaniens seit dem Jahre 1772 / Fritz Rühe
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§ 12. DAS SINKEN DES PESETAKURSES.

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Notenemission sollte danach 2500 Millionen Pesetas betragen;die Metalldeckung in Gold- oder Silbergeld oder Edelmetall-barren sollte sich mindestens auf ein Drittel des Umlaufsstellen bei einer Notenausgabe bis zu 1500 Millionen Pesetas,der Überschuß von 1500 bis 2000 Millionen Pesetas sollte zurHälfte, von 2000 bis 2500 Millionen Pesetas zu zwei Dritteilenin Metall gedeckt sein. In jedem Fall sollte aber die Hälfteder Metallreserven in Gold bestehen.

Die metallisch nicht gedeckten Noten wurden nun fastausschließlich durch Schuldscheine der schwebenden Kolonial-schuld gedeckt, von denen die Bank am 31. Dezember 1898.1111 Millionen Pesetas in ihrem Portefeuille hatte.

Aber weder die erhöhte Notenemission noch die schwerzu realisierende Deckung der Note hatten ungünstigen Einflußauf den Wechselkurs, der im Gegenteil sich ständig besserte,wenn er auch immer noch sehr ungünstig stand.

Nicht aber der höhere oder tiefere Stand des Agios,sondern die immensen Schwankungen, die im Jahre 1898 vonMonat zu Monat oft 10 und mehr Prozent betrugen, bildetendas größere Übel, unter welchem die Volkswirtschaft Spaniensso unmäßig zu leiden hatte.

Wenn wir noch einmal die Entwickelung der spanischenValuta seit der Aufgabe der Barzahlungen kurz überschauen,so dürfte sich wohl ergeben, daß nicht die Notalität der Zah-lungsmittel noch ihre Quantität an den ungünstigen Währungs-verhältnissen schuld waren, wie man a priori und deduktiv zuerweisen gesucht hat. Bei historischer Betrachtung der spa- nischen Währung zeigt sich, daß die Gründe für eine Währungs-krisis in der großen Verschuldung des Landes und in einerzu geringen Produktion lagen. Wie schon in den früherenJahren, so hatten sich namentlich in der Zeit von 1868-1881Staat, Gemeinden und private Gesellschaften übermäßig ver-schuldet, so daß die Aufgabe der Barzahlungen infolge derUngunst der pantopolischen Verhältnisse im Jahre 1883 not-wendig wurde.

Von da an blieben die Währung und die Wechselkurse sich

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