250 IV. DIE INTERVALUTARISCHEN BEZIEHUNGEN DER PESETA SEIT 1883
falls wurden die im Besitz der Bank sich befindenden 4%Staatsanleihen und Aktien der Tabakkompagnie als Deckungwie Diskonten und Lombardunterpfänder betrachtet.
Weiter wurde die Art der Geschäfte der Bank neu ge-ordnet. Als Hauptaufgabe wurde ihr nicht mehr wie zur Zeitihrer Errichtung und zur Zeit des amerikanischen KriegesUnterstützung des Staates zugewiesen, sondern sie sollte Handel,Industrie und Landwirtschaft gleichmäßig fördern. Um besondersden industriellen und ländlichen Kredit zu heben, wurde derBank nahe gelegt, die Wechsel landwirtschaftlicher und in-dustrieller Syndikate, ländlicher Kreditvereine und der Land-wirtschaftskassen ebenso wie die Wechsel des Handels zu dis-kontieren.
Dann sollte die Bank gegen Einzahlung nationaler undfremder Goldmünzen Goldkontokurrente errichten, um den daranInteressierten jeder Zeit leicht Gold für Zollzahlungen abtretenzu können; ferner sollte sie ebenfalls zur Erleichterung desVerkehrs den Kreis ihrer Filialen vergrößern.
Wurde der Geschäftskreis der Bank einerseits erweitert,indem ihr Diskonterleichterung zugestanden wurde, so wurdenihr andererseits Beschränkungen auferlegt. Selbständige Be-teiligung am Kauf oder Verkauf von Wertpapieren und derHandel mit Effekten wurde der Bank verboten. Dann wurdedurch Vertrag mit dem Finanzministerium vereinbart, daß derAusschuß der Bank die Höhe des Lombardzinsfußes im Ein-vernehmen mit dem Finanzministerium festsetzt.
Durch die Beaufsichtigung des Lombardzinses wollte dieRegierung verhindern, daß die Bank zu niedrigem Zinssatz diehöher verzinslichen spanischen Papiere zu stark beleihe undso ihre Notenemission erhöhe.
Die Rückzahlungen der Staatsschulden an die Bank, dieReduzierung der Notengrenze, die verschärften Deckungsvor-schriften und das erforderliche Einverständnis des Finanz-ministers bei der Festsetzung des Lombardzinsfuẞes, alle dieseMaßregeln bezweckten eine Herabsetzung des Notenumlaufs undeine Beseitigung des Agios, welche man hiervon erwartete.