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Die Regulierung der Elbschiffahrt 1819 - 1821 / von Martin Kriele
Entstehung
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ANMERKUNGEN

XVI. Die Saale von Weissenfels bis oberhalb Hamburg . Sitz desBezirks: Alsleben .

XYII. Die Saale von einschliesslich Bernburg bis zur Mündungin die Elbe. Sitz des Bezirks: Nienburg .

Alle diese Bezirke würden einer Centralstelle zur regelrechtenÜberwachung der Qesclüiftstbätigkeit und dos Kassenwesens unterstelltwerden müssen, deren Pitz wir der Wahl der verschiedenen Schiffahrts-bezirke anlieimgeben. Jeder Schiffnhrtsbezirk soll aus einem Vorständevon drei im Bezirk ansässigen Schiffeignern bestehen, welche durch dieMitglieder des Bezirks alljährlich im Januar zu wählen sind. Dem Vor-stände obliegt die Aufstellung des Mitgliederverzeiohnisses seines Bezirksund die fortgesetzte Werbung neuer Mitglieder, welche in seinem Be-zirke Wohnsitz haben. Er führt ein öffentliches Meldebuch über alleim Bezirke ladenden Fahrzeuge, sowie über Fahrzeuge, welche zur Ein-nahme von Ladung sich gemeldet haben. Die Beladung erfolgt nachder Reihenfolge. Der Vorstand hat in fortgesetzter Fühlung mit denVerladern zu stehen und obliegt ihm die Festsetzung der Frachten imBereich seines Bezirkes. Er kann sieb hierzu der Vermittlung aner-kannt tüchtiger Frachtenbestätiger bedienen, denen in Hinsicht auf dieFrncbtfestsetzung beratende Stimme im Vorstande innewohnt. DieFrachtbestätiger sind mit festen Bezügen anzustellen und verpflichtet,über alle Frachtnbmachungen öffentlich Buch zu führen. Alle Bezirkeunter einander haben täglich über Raum und Frachtverhältnisse sichgegenseitige Mitteilungen zu erstatten, um eine gute Verteilung über-zähliger Schiffsräume herbeizuführen und dadurch auf die Frachthöheeinen günstigen Einfluss ausüben zu können. Alle Schiffahrtsbezirkesind verpflichtet, der Centralstelle tägliche Rapporte über die Güter-bewegung, die Zahl der ladenden, zur Beladung bereit liegenden undlöschenden Fahrzeuge, sowie Abrechnungen über Einnahmen und Aus-gaben und Frnchtverhültnisse einzusenden. Alle Abänderungen dervorgeschlagenen Organisation, welche sich aus der Praxis als notwendigergeben, sind der Centralstelle zu melden und werden von dieser nachAnhörung aller Vorstände der Schiffahrtsbezirke geprüft und eventuellerlassen.

Über diese Vorschläge beriet am 12. Juli 1894 eine Versammlungdes Magdeburger Schilfer-Vereins, zu welcher sich auch Schiffer ausanderen Elbstädten eingefunden hatten. Nach Ausweis dos Protolcolles,welchem als Anhang die Vorschläge beigegeben sind und welches mil-der Vorsitzende des Vereins, Herr Rheder Gustav Tonne in Magdeburg ,gütigst übersandte, sprachen sich die meisten Teilnehmer, auch die Ver-treter der Dampfschiffahrtsgesellsehaften, für die Reihenschiffahrt etc.aus. Sowohl aus den Vorschlägen wie aus den Verhandlungen gehtauch deutlich hervor, dass auch im Schiffergewerbe ein ernster Lebens-kampf zwischen Grossbotrieb und Kleinbetrieb nahe bevorsteht.

26) Siehe (Gründler), Versuch, über die Schädlichkeit der ge-schlossenen Curmärkischen Elbschiffer-Gilde, und über die Notwendig-