Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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Wiederherstellung der Valuta nach einer Papierentwcrtung.

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Preise und der Wechselkurs nach dem Ausland, in ändio auch die gesamte Aus- undEinfuhr in den gewohnten Geleisen. Und das ist volkswirtschaftlich viel wichtiger alsdie sormale Verletzung des alten Versprechens, die Scheine in ihrem Nennwert einzulösen.

Wenn trotzdem in solchen Fällen nicht alle wirtschaftlichen Kreise zufrieden sind,so ist das leicht begreiflich. Es klagen die, welche überhaupt keine Rückkehr zur Bar-zahlung wünschen, die, welche aus dem sortlaufenden Wechsel der Agios Gewinn zogen.Außerdem können nie alle Interessenten gleichmäßig mit dem Umwechslungskurs desalten Papiers in das neue Geld zufrieden sein, weil die Preise aus der Papier-geldzeit nicht alle gleichmäßig durch das Papiergeld beeinflußt waren. Die Oppositiongeht teilweise auch von solchen aus, welche die ganze Sanierung zu teuer finden, welchefürchten, der neue Zustand werde wegen einer dauernd ungünstigen Zahlungsbilanz sichnicht halten lassen, wie Italien 1883 seine Barzahlung nicht aufrecht erhalten konnte.Es giebt ja überhaupt Praktiker und Theoretiker, die behaupten, eine Papiervaluta seinicht bloß an sich viel billiger als eine Hartgeldvaluta; sie habe auch, sofern sie nurstabil fei, keine wesentlichen Nachteile gegenüber dieser. Ja sie habe sür weniger reicheLänder den Vorteil, daß bei ungünstiger Bilanz das Edelmetall nicht sofort abfließe,fondern daß durch den Druck der Wechselkurse die Preise der Exportwaren so weit herab-gedrückt würden, daß Aussuhr und Einfuhr sich ausgleichen können. Und wir werdenzugeben, daß ein erheblicher Teil der Schäden der Papiervaluta beseitigt ist, wenn eseinem Lande gelingt, sein Papiergeld gegenüber dem Hartgeld des Auslandes Jahreund Jahrzehnte lang auf dem gleichen Niveau zu halten. Die wesentlichsten Ein-wirkungen aus die Preise, die Unsicherheit, das Schwanken des Agios fallen damit weg,wenn nicht ganz, so doch in der Hauptsache. Einzelne Theoretiker glauben für einefernere Zukunft, alle Cirkulation werde künstig in der Hauptsache in allen Staatenwesentlich durch Papier unter Erhaltung großer Goldreserven im Staatsschatz und in denCentralbanken bestritten werden.

Wie dem aber auch sei, mit größeren Gefahren ist jede Papiervaluta doch ver-bunden. Und jeder halbwegs wohlhabende Staat, der es vermag, wird daher gutthun, auch von einer stabil gewordenen Papiervaluta zur Barzahlung zurückzukehren;d. h. nur so viel Papier und Banknoten im Verkehr zu lassen, daß das Hartgeldwieder Prcismaß und Regulator aller Preise wird, und damit die heimische Volks-wirtschaft zu einer normalen Preisbildung und zu einem normalen Handel mit demAusland zurückkehrt.

Politisch und wirtschaftlich gut geordnete und hochstehende Staaten haben auchPapiervaluten kaum in den letzten 15V Jahren gehabt. Für die weniger entwickeltenoder halbkultivierten, sür die erst neu sich konsolidierenden Staaten waren sie häufig einMittel der finanziellen Verzweiflung: die Regierungen wußten sich nicht anders zuhelfen; man überblickte früher auch die gefährliche Tragweite der Maßregel nicht. MitPapiergcldausgaben, wie sie die französische Revolutionsregierung in wenigen Jahrenbis 48 Milliarden Livres trieb, konnte man vorübergehend eine ungeheure Macht ent-wickeln, fast alle Bürger und alles Eigentum auskaufen, aber um den Preis, daß dieInhaber der Assignaten Bettler wurden. Es ist gleichsam eine kommunistische Maß-regel, eine Besteuerung, die, auf den Zufall der Entwertung gestellt, wie ein VerhängnisTausende und Millionen im Staatsinteresse beraubt.

Es ist zu hoffen, daß gesittete Regierungen immer seltener und in immer geringeremMaß zu diesem für Volkswirtschaft und Finanzen gleich verhängnisvollen Mittelgreifen werden.

5. Vermögen, Kapital und Kredit, Kapitalrente und Zinsfuß.

Außer deu volkswirtschaftlichen Lehrbüchern von No scher, Wagner, Philivpovich,Schönbcrg: Hermann, Staatswirtschaftliche Untersuchungen. 1832 und 187l). Knies, Geldnnd Kredit, 1. Abt. 1873 und 188S. v. Böhm-Bawerk , Kapital und Kapitalzins. 2 Bde.18841889. 2. Aufl. 1900. Dcrs., Einige strittige Fragen der Kapitalstheorie. 1S00.