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Die gesamte heutige Einkommensverteilung.
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größesten Einkommen nehmen viel stärker zu als die mittleren und kleinen, der Gegen-satz zwischen Arm und Reich steigt". In anderen Ländern ergeben sich ähnliche Resultate.Bereits Engel hat nun aber schon 1875 darauf aufmerksam gemacht, daß sich die ein-zelnen Einkommensklassen nicht in sich vermehren, sondern daß überwiegend bestimmteTeile der niederen in die oberen Klassen aufsteigen. Je mehr dies in den unterstenStufen stattfindet, desto weniger nehmen sie zu; sie bleiben stabil, ja gehen auch malzurück; das ist aber ein Fortschritt. Das Aufsteigen in die mittleren und oberen Klassen,deren jede höhere schwächer besetzt ist, muß die Folge haben, daß wenn von jeder indie nächst höhere z. B. 100 aufsteigen, dies für jede folgende eine größere prozentualeZuwachsrate giebt, weil sie an sich geringer besetzt ist. Und stets muß die prozentualeZuwachsrate der obersten Stufe in ganz anderem Lichte erscheinen als alle übrigen, dasie ihre reicher gewordenen Glieder nicht mehr an eine Oberstuse abgiebt. Man hatdaher mit Recht gesagt, diese ganze Berechnung prozentualer periodischer Zuwachsratender Einkommensstusenbesetzung gebe ein falsches Bild; es sei richtiger, für zwei Zeitennur zu berechnen, welchen prozentualen Anteil jede Einkommensstufe an der Gesamt-heit der Einkommensbezieher oder Steuerzahler ausmache; z. B. sür das KönigreichSachsen zu sagen: von den Einkommenssteuerpflichtigen machten aus
die mit einem Einkommen von 300-800 Mk. 1879 76,3 °/o, 1894 66,3°/o
„ „ „ „ „ 800-3300 „ „ 20.9., „ 31.1.,
„ ., „ „ „ 3300-9600 „ ,. 2,3., . 2,8.,
„ „ ,, „ über 9600 „ ., 0,5., - , 0,8 „
Nach diesem Zahlenbilde nahm die unterste Stufe ab, die drei anderen nahmenzu; aber die mittleren am stärksten. Der Satz vom Verschwinden des Mittelstandeskann also nicht allgemein wahr sein; die Zunahme der beiden obersten Stufen hatnach diesem Zahlenbilde gar nichts Beängstigendes.
Die preußischen physischen Einkommensteuerpflichtigen stellten sich neuestens inTausenden folgendermaßen; es gab solche
1893
1902
absolute Zunahme
mit Einkommen von 900-3000 Mk.
2118
3310
1208
3000-6000 .,
204
291
87
,,
6000-9S00 ,.
56
77
22
„
9600-30 600 „
46
64
18
„ 30 600-100 000 „über 100 000 „
9
13
4
", .,
1.6
2.7
1.1
Die Hauptzunahme der größeren Einkommen erfolgt in Auffchwungsperioden wie1895—1900; 1893—1395 dagegen nahmen sie nicht unbedeutend ab, 1901/2 ebensowieder. Die srüheren Blüteperioden 1850—1857, 1868—1874 waren ebenso die derHauptzunahme der Reichen. Aber die vorstehende Tabelle zeigt, daß auch die anderenKlassen erheblich an Umfang zunahmen, die meisten um die Hälfte oder ein Drittel derZahlen von 1393. In der einem Aufschwung folgenden Generation verteilen sich eineerhebliche Zahl der großen angesammelten Vermögen wieder durch das Erbrecht undandere Umstände. In der Zeit ruhiger oder gar stagnierender Entwickelung steigendie Fähigsten nicht so über die anderen empor. Und Ähnliches gilt von den Völkernmit langsamer Vorwärtsbewegung; die Engländer und Nordamerikaner haben mehr reicheLeute und große Einkommen als die meisten mitteleuropäischen Nationen, weil siewirtschaftlich am raschesten sich entwickelten.
Ein gewisses Zusammenschwinden des Mittelstandes läßt sich 1700 — 1900 fürdie meisten Länder und sür bestimmte Jahrzehnte nicht leugnen; aber ebenso wenigtrifft die Erscheinung allgemein zu, wie schon die oben angeführten sächsischen undpreußischen Zahlen zeigen. Im größeren Teile Deutschlands und Frankreichs, Skandi-naviens ist der mittlere kleinere Bauernstand von 1700 —1850 — Wohl meist durchagrarisch-monarchische Regierungsmaßregeln — erhalten worden; er hat dann zeitweise