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Marx oder Kant : Rede, gehalten in d. Kunst- u. Festhalle am 9. Mai 1908 bei d. öffentl. Feier d. Übergabe d. Prorektorats d. Univ. Freiburg i. Br.
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Anmerkungen.

1 Michels. Archiv für Sozialwissenschaft. Bd. XXV, Heft I, S. 151 ff.

2 Goethes Wanderjahre, pädagogische Provinz.

3 Lehmann. Stein. Bd. II. Leipzig 1903. S. 32, 33, 59, 64, 335, 486. Kurt Moritz-

Eichborn. Soll und Haben von Eichhorn in 175 Jahren. Breslau 1903. Vergl. insbesondere denBrief von J. W. Moritz-Eichborn Anfang 1808 an einen Geschäftsfreund:Zu einem so

wichtigen Geschäft (die Anleihe von 18 Millionen Francs) gehört ein Gemeingeist, ich möchtesagen ein Nationalsinn aller Stände. Das uns betroffene Unglück hätte allerdings dazu bei-tragen müssen, uns klüger und vertrauter miteinander zu machen, wenn es nicht schnurgeradedas Gegenteil bewirkt hätte. Sind je die Stände gegeneinander gespannt, voneinander abgesondertgewesen, so ist es wohl seit einem kurzen Zeitraum in einem sehr hohen Grade der Fall, stattdass alle diese traurigen Ereignisse nur dazu beitragen sollten, einen mit dem anderen festerzu verbinden. Ich will nicht von den persönlichen Lächerlichkeiten sprechen, wenn ein gewisserhöherer Stand für mirakulöse Erscheinung hält, einen Kaufmann oder eine sogenannte Kaufmanns-frau in vornehmen Zirkeln neben sich versetzt zu sehen, ich will noch weniger den er-niedrigenden Ton und die Verworfenheit, mit der man den Kaufmann belegt, erwähnen, sondernich will nur bei Attentaten stehen bleiben, die man von seiten eines Schuldensystems so oftund so planmässig auf die Kassen, mithin auf das private Eigentum des Kaufmanns anlegte:mit Bajonetten muss man sie sprengen, die Kassen der reichen Kaufleute; dieses und diememorable Benehmungsweise bei denen auf die ganze Provinz ausgeschriebenen Lieferungenhat einen unauslöschlichen Hass erzeugt, und es wird und kann der Kaufmannschaft eine solcheBehandlungsart nie vergesslich werden. Dieses offenherzige Gemälde wird Euer Wohlgeboren einentiefen Blick in die Gesinnung der Kaufmannschaft tun lassen, und es schmerzt mich, in unseren sosehr vorgeschrittenen Zeiten und nach denen uns alle gewiss sehr drückenden Ereignissen noch sowenig Harmonie, noch eine so grosse Kluft zwischen Menschen und Menschen bemerken zu müssen.

4 Worte Hegels. Vergl. Dilthey. Hegels Jugendgeschichte S. 144.

6 Treitschke. Deutsche Geschichte Bd. V, 4. Aufl, S. 353.

B Vergl. folgende Stelle aus Stein, um sich des Einflusses dieses Buches auf Marx be-wusst zu werden: L. Stein. Der Sozialismus und Kommunismus des heutigen Frankreichs .Leipzig , Wigand 1842, S. 73/74.Kehren wir zurück zu dem Satze, dass es eben jene Arbeitist, der sich nach der Revolution das französische Volk hingab, so stehen wir hier vor demErfolg, den jene Arbeit im wirklichen Leben haben musste. Die ganze Masse des Volkes teiltsich in Besitzer und Nichtbesitzer, oder in solche, die mit ihrer Arbeitskraft das Kapital ver-binden und solche, die nichts sind wie Arbeiter. Die ersteren siegen unbedingt auf dem Ge-biete des Erwerbs; die letzteren unterliegen. Damit erscheint denn als Ergebnis dieses Kampfesim Wesen des Besitzes selbst die Trennung von Kapital und Arbeitskraft, eine Trennung, dieeben aus jenen Gründen erst in der neueren Zeit ihre wahre Bedeutung erhalten hat. Als die