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liehen Güte und gleichen intelligenten Begabung der Menschen, der Allmacht der Erfahrung,Gewohnheit, Erziehung, dem Einflüsse der äusseren Umstände auf den Menschen, der hohen,Bedeutung der Industrie, der Berechtigung des Genusses usw. seinen notwendigen Zusammenhangmit dem Kommunismus und Sozialismus einzusehen. Wenn der Mensch aus der Sinnenweltund der Erfahrung in der Sinnenwelt alle Kenntnis, Empfindung usw. sich bildet, so kommt esalso darauf an, die empirische Welt so einzurichten, dass er das wahrhaft Menschliche in ihrerfährt, sich angewöhnt, dass er sich als Mensch erfährt.“
89 Marx in den deutsch- französischen Jahrbüchern: „Die Reform des Bewusstseins be-steht nur darin, dass man die Welt ihr -Bewusstsein inne werden lässt, dass man sie aus demTraum über sich selbst aufweckt, dass man ihre eigenen Aktionen ihr erklärt. — Es wird sichdann zeigen, dass die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von dem sie nur dasBewusstsein besitzen muss, um sie wirklich zu besitzen. Es wird sich zeigen, dass es sichnicht um einen grossen Gedankenstrich zwischen Vergangenheit und Zukunft handelt, sondernum die Vollziehung der Gedanken der Vergangenheit. Es wird sich endlich zeigen, dass dieMenschheit keine neue Arbeit beginnt, sondern mit Bewusstsein ihre alte Arbeit zustande bringt.“Engels Anti-Dühring S. 43: „Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen,der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen,die nun zum erstenmale bewusste, wirkliche Herren der Natur werden, weil und indem sieHerren ihrer eigenen Vergesellschaftung werden. Die eigene Vergesellschaftung der Menschen,die ihnen bisher als von der Natur und Geschichte octroyiert gegenüberstand, wird jetzt ihreeigene freie Tat. Erst von da an werden die Menschen ihre Geschichte mit vollem Bewusstsein selbstmachen, erst von da an werden die von ihnen in Bewegung gesetzten gesellschaftlichen Ursachenvorwiegend und in stets steigendem Masse auch die von ihnen gewollten Wirkungen haben. Esist der Sprung der Menschheit aus dem Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.“
90 J. Dietzgen. Das Wesen der menschlichen Kopfarbeit, 1869. Neuaull. Dietz Stutt-gart 1903, V. Abschnitt. Praktische Vernunft, S. 116—151.
91 W. Heine. Ideale der Sozialpolitik. Neue Zeit XV. 2, S. 132—137. Bernstein. Wieist wissenschaftlicher Sozialismus möglich? Berlin 1901, S. 19 ff.
92 Neue Zeit XVIIL 2. Nr. 29, S. 34. Vergl. ferner Vorländer: Die NeukantischeBewegung im Sozialismus, Bern 1902, sowie Vorländer, Archiv für soziale Gesetzgebung,1906. Die Stellung des modernen Sozialismus zur philosophischen Ethik, 'S. 727.
98 Lassalle. Fichtes politisches Vermächtnis, 1860, sowie: Die Philosophie Fichtes .
Festrede zum 19. Mai 1862.
94 Vergl. Windelband. Geschichte der neueren Philosophie. Leipzig 1899. II, S. 153.
95 Rezension über Herders Ideen. Kirchmann , Bd. VI, S. 46.
99 Gegen Rigorismus. Kritik der praktischen Vernunft: „Von den Grundsätzen der reinenpraktischen Vernunft“, § 3 Anm. II. Ferner daselbst: „Kritische Beleuchtung der Analytik“. Ausg.von Kirchmann S. 27, 112. Vergl. auch Tugendlehre §29. In diesem Punkte ist Schiller , derbegeisterte Kantjünger, der zuerst den Vorwurf der „Rigidität“ gegen Kant erhob, seinem grossenMeister nicht gerecht geworden. Dem bekannten Distichon „Gewissensskrupel“ liegt ein Miss-verständnis zu Grunde:
„Gerne dient’ ich den Freunden, doch tu’ ich es leider mit Neigung,
Und so wurmt es mich oft, dass ich nicht tugendhaft bin.“