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Actien (Hermann Henckel), 1862 gegründet, verwandelte sich imJahre 1873 in die Preufsische Bankanstalt, Henckel & Lange, dieauch in der neuen Form kein gedeihliches Dasein führte und 1877in Liquidation trat. Unter der Aegide der Normativ-Bedingungentraten im Jahre 1864 zwei Institute in’s Leben, die Erste Preufs.Hypotheken-Actienbank und die Preufsische Hypotheken-Actienbank. Die Erstere, eine David Hansemann ’sche Schöpfung,an welche schon deshalb gröfsere Erwartungen geknüpft wurden,weil sie einen Rückhalt an der Berliner Disconto-Gesellschaftfinden durfte, konnte bis Ende 1867 nur 920 000 Thlr . Pfandbriefein Umlauf setzen und liquidirte im Jahre 1872, weil sie die er-betenen Geschäfts-Erleichterungen vom Staate nicht erhalten hatte.Auch die zweitgenannte Bank verlor bald die Lust, in den Fesselnder Normativ-Bedingungen thätig zu sein. Sie gab Ende 1869ihren Hypotheken-Bestand von 500000 Thlr. an die PreufsischeBodencreditbank ab und erstand erst wieder im Jahre 1872. Miteinem andern Charakter rücksichtlich der gesellschaftlichen Thä-tigkeit bekleidet, vermochte doch die im Jahre 1868 gegründetePreufsische Hypotheken - Versicherungs-Actiengesell-schaft es nicht zu einem erheblichen Geschäftsverkehr zu bringenund das Institut kam erst in der neuesten Periode zur Blüthe, alses mehr das Grundcreditgeschäft denn die Versicherungsbranchepflegte.
Nach dem Deutsch -Oesterreichischen Kriege brachte die er-höhte Thätigkeit des gesammten verkehrlichen Lebens ein regeresSchaffen auch auf dem Gebiete der Hypotheken-Banken hervor,insbesondere weckte die Vergröfserung der Stadt Berlin mitdem Wachsen des Bedürfnisses an Credit das Verlangen nachGrundcredit-Instituten auf’s Neue. Im Jahre 1868 erhielt derLandrath a. D. Jachmann die Concession für die PreufsischeBodencredit-Actienbank mit dem Rechte der Ausgabe vonInhaberpapieren, deren Betrag sich Ende 1870 nur auf ca. zweiMillionen Thlr. belief. Ferner trat in demselben Jahre die Nord-deutsche Grundcreditbank als Hypotheken - Versicherungs-Gesellschaft in’s Leben ohne das Privilegium zur Augabe vonHypotheken-Briefen. Erst im Jahre 1875 erwarb sie sich das
Recht der Emission von Pfandbriefen. Ende 1870 belief sichder Betrag ihrer ausgegebenen, auf den Namen lautenden Hypo-theken-Depotsscheine auf nur 80000 Thlr. Der Danziger Hy-