bilanz und damit auf den Kurs der Krone. Die ersten fünf Kriegsmonatehaben Österreich nahezu 5 Milliarden Kronen gekostet; die späterenMonate kaum weniger.
Wie für die Alliierten England , so ist für die VerbündetenDeutschland der finanzielle Rückhalt. Seine Kapitalkraft hat sich alserstaunlich erwiesen. Jede neue Kriegsanleihe war ein größerer Erfolg;jede folgende konnte zu höherem Kurse ausgegeben werden, brachtesteigende Zeichnungen; die letzte 12,16 Milliarden Mark. Niemand zweifelt,daß die im Frühjahr zur Ausgabe gelangende ein gleicher Erfolg seinwird, denn die Einlagen bei Banken und Sparkassen weisen sehrgünstige Ziffern auf. Von den früher bewilligten Krediten von insge-samt 30 Milliarden Mark sind 25 l k Milliarden durch langfristige Anleihengedeckt. Mit dem neu bewilligten Kredit von 10 Milliarden steigt diegesamte Kriegsschuld auf 40 Milliarden Mark. Es ist anzunehmen, daßman damit bis in den Juni reichen wird. Die monatlichen Kriegsaus-gaben haben 2000 Mill. M überschritten, sind in einem Monat bis auf2150 Mill. M gestiegen, dürften aber in den ruhigeren Wintermonatenwieder zurückgehen. ln England haben sie die dritte Milliardeüberschritten und dürften bei der Vielseitigkeit der Kriegsschauplätzeweiter steigen.
Deutschland ist die Ausfuhr seiner Industrieerzeugnisse großen-teils unterbunden; vielfach muß es auch da, wo es sie aufrechterhaltenkönnte, darauf verzichten, so zum Teil in Kali, weil das zur Sprengsjoff-fabrikation Verwendung findet; in Teerfarbstoffen, weil durch deren Fehlendie englische Textilindustrie aufs Schwerste betroffen wird; in zahlreichenanderen Fabrikaten, weil die Rohstoffe knapp sind. Nur Zug um Zuggegen die Einfuhr benötigter Waren wird die Ausfuhr erlaubt. UnsereSchiffahrt — mit Ausnahme der auf der Ostsee — ist lahmgelegt;damit fehlen uns die Einnahmen aus den sonst für andere Länder ver-mittelten See- und Eisenbahnfrachten. Unser erheblicher Besitz anamerikanischen Wertpapieren, Minenshares usw. liegt größtenteilsin englischen Banken und kann darüber jetzt nicht flüssig gemachtwerden, ja selbst ihre Zinsen und Dividenden verbessern während desKrieges die englische Zahlungsbilanz. All das bewirkt, daß die deutscheValuta jetzt unvorteilhaft auf den ausländischen Geldmärkten bewertetwird; immerhin nur wenig schlechter als die französische und erheblichbesser als die italienische, geschweige gar die russische. Wenn auchDeutschland in der glücklichen Lage ist, den größten Teil seinesBedarfs durch Eigenproduktion zu decken, so muß es doch immerhingewisse Mengen aus dem neutralen Ausland einführen, hat dorthingrößere Zahlungen zu leisten, als es empfängt. Indessen trotz derAbsperrung stellt sich seine Handels- wie Zahlungsbilanz beträchtlich