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Reich nicht herausschauen. Kali wird nun hauptsächlich als Dünge-mittel von der deutschen Landwirtschaft verwendet; eine Erhöhung derKalipreise verteuert ihr also die Produktionskosten. Eher ließe sichein Ausfuhrzoll auf Kali rechtfertigen, der freilich im Ausland einAnsporn zum Aufsuchen von Kalilagerstätten sein würde.
Ein Branntweinmonopol würde dem Reich zweifellos gewaltigeEinnahmen bringen können, wenn nicht unsere unglückliche Brannt-weinsteuergesetzgebung sich das Ziel gesetzt hätte, all die im freienKonkurrenzkampf nicht lebensfähigen, weil zu teuer produzierendenkleineren und mittleren landwirtschaftlichen Brennereien künstlich zuerhalten. Die Branntweinsteuer ist bei uns eine Prämie für die un-rationell und teuer Produzierenden, eine Strafsteuer für die technischFortgeschrittenen. Ein Branntweinproduktionsmonopol vermöchte nurdann lohnende Einnahmen zu bringen, wenn mit der Begünstigungder kleinen Brennereien gebrochen und der Betrieb dort konzentriertwürde, wo er mit den billigsten Selbstkosten arbeitet. Die mit Liebes-gaben gefütterten Rittergutsbrennereien haben zwar keinen gesetzlichenAnspruch auf Fortgewährung des Geschenks, das in ihrem Durchschnitts-brand liegt, aber im Gutspreis wird es als etwas gewissermaßen ewigeskapitalisiert. Und ob sich gegen die agrarischen Widerstände einewirkliche im Reichsfinanzinteresse liegende Reform der Branntweinsteuerdurchsetzen läßt, auf deren Grund dann ein lukratives Reichsbrannt-weinmonopol aufzubauen wäre, erscheint zweifelhaft. Die Spirituszentrale,die ja nahezu ein indirektes Zwangsmonopol darstellt, zum Reichs-monopol auszubauen, würde allerdings keine Schwierigkeiten haben,aber auch kaum höhere Erträge bringen, als eine Erhöhung der Brannt-weinsteuer. Der einzige Vorteil beim Reichsmonopol wäre die Kapital-ablösung der Kontingente der Brennereien, die an sich unwirtschaftlicharbeiten und nur wegen der im Durchschnittsbrand liegenden Prämiefortbetrieben werden. Damit ließe sich mit der Zeit eine Gesundungder Branntweinsteuer herbeiführen. Aber mit solchen Plänen wird derbrennenden Finanznot nicht gesteuert.
Die Monopolisierung der Spiritusrektifikation — der Spritfabriken —ist bei deren vorgeschrittener Konzentration leicht zu bewirken; schondie letzte Branntweinsteuervorlage sah das vor; freilich, der finanzielleErfolg ist nicht hoch einzuschätzen.
Eine Petroleummonopolvorlage dürfte wohl wiederkehren;wenn auch in wesentlich anderer Form; sie dürfte sich auch nicht aufLeuchtöl beschränken, sondern müßte Benzin, Benzol und Treiböle mitumfassen, deren überragende Wichtigkeit sich gerade in diesem Krieggezeigt hat. Mit der Erschließung der mesopotamischen und süd-persischen Erdöllagerstätten durch die Bagdadbahn und ihre Zweig-bahnen, durch die Sicherung des Weges nach dem Orient infolge desbulgarischen Bündnisses würde einem solchen Monopol die nötige