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militärische Garantie gegeben sein. Das braucht nicht zu hindern, imFrieden überwiegend amerikanisches Leuchtöl zu beziehen. Freilich,das finanzielle Erträgnis soll man nicht allzu hoch anschlagen.
Ein Kohlenproduktions- und -Verkaufsmonopol ließe sichwohl durchführen; aber die technischen und finanziellen Ergebnisseder Staatsgruben lassen es nicht verlockend erscheinen. Der Staats-betrieb arbeitet nun einmal schwerfälliger und teurer als der Privat-betrieb. Die günstigen Ergebnisse von Post- und Eisenbahnverwaltungdürfen darüber nicht hinwegtäuschen. Bei ihnen überwiegt die Ver-waltung enorm das Technische; beim Bergbau ist es umgekehrt. Sollaber das Kohlenmonopol dem Reich die erforderlichen großen Ein-nahmen bringen, so würde das nur durch eine starke Erhöhung derVerkaufspreise möglich sein, zu der dann noch die gestiegenen Selbst-kosten hinzutreten würden. Die finanzielle Wirkung ließe sich alsosicherer und einfacher als durch das Monopol durch eine Steuer aufBrennmaterialien erreichen.
Auch der Gedanke eines Elektrizitätsmonopols wird gesprächs-weise erörtert. Man versteht darunter das Monopol für elektrischeKraftübertragung von Zentralen aus. An sich spricht manches dafür.Man wird nicht verkennen können, daß bei einheitlicher systematischerOrganisation wesentliche Betriebs- und Verwaltungsersparnisse gemachtwerden können. Die Zersplitterung in viele kleine Elektrizitätszentralenist teuer und unrationell. Andererseits stößt die Vereinheitlichung aufgroße Schwierigkeiten; so da, wo Abgase von Koks- und Hochöfenzur Elektrizitätserzeugung mit verwendet werden. Es ist auch nichtzu verkennen, daß ein solches Reichsmonopol sehr unliebsam in dieFinanzgebarung von Einzelstaaten, Gemeinden und Gemeindeverbändeneingreifen würde. So ist Bayern zur weitgehenden Nutzbarmachungseiner Wasserkräfte behufs Erzeugung von elektrischer Energie über-gegangen; ebenso Baden. Provinzen, Kreise, städtische Gemeindenhaben ähnliches getan z. T. in der Form gemischter Gesellschaften.An anderen Stellen bestehen langdauernde Lieferungsverträge mitprivaten Unternehmungen.
Die Frage eines Elektrizitätsmonopols ist daher höchst kompliziert,wenn auch keineswegs unlösbar; nur darf man sich nicht einbilden, daßohne wesentliche Preiserhöhung etwas Nennenswertes für das Reichherauskommen würde. Von kleineren Monopolen sei noch auf das Zünd-holzmonopol hingewiesen, das bei der weitgehenden Konzentrationder Fabrikation und ihrer bereits jetzt schon vorhandenen Kontingen-tierung verhältnismäßig leicht durchzuführen ist, bei Konkurrenz derFeuerzeuge aber keine allzu großen Überschüsse abwerfen würde.
Auf die komplizierte Frage eines Stickstoffmonopols soll andieser Stelle nicht eingegangen werden; jedenfalls würden seine Rein-erträge nicht allzu hoch sein. Und ob es nicht stark lähmend auf den