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io. Carl Wilhelm G r a ss.
Der Sohn des Vorigen, gebohren den 14. Januar 1724, ward von seinem Vaterschon in der Kindheit zum Buchdrucker bestimmt und lernte die Kunst in Lau-ban bei dem Buchdrucker und Buchhändler Nicolaus Schiller vom Jahre 1739bis 1742 und pöstulirte *) den 30. Juny desselben Jahres. Von hieraus gieng ernach Leipzig in die Breitkopfische Officin, worinn er so lange conditionirte,bis ihn seine Mutter nach Hause berief. Nachdem er ihr eine kurze Zeit zurSeite gestanden hatte , überliess ihm diese den alleinigen Besitz der Druckereyim J. 1748· Allein er starb schon acht Jahre darauf, den 9. November 1756,beinahe 33 Jahre alt.
Nach seinem Tode übernahm seine Mutter von neuem die Officin, bis siesolche im October 17587 ihrem jüngern Sohne Friedrich Sigismund über-gab. Sie starb den 27 März 1768.
Die Officin beschäftigte sich jetzt weniger mit grossern Werken und schränkteihre Arbeiten mehr auf städtische Geschäfte ein, die ihre Pressen hinlänglich imGange erhielten. Sie druckte namentlich die seit dem Jahre 1740 unter preus-sischem Schutze eingeführte politische Zeitung, das durch D. Burg veranstaltete
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*) Das Postulat, Aufnahme in die Mitgliedschaft oder den Gesellen• Stand , war ein seitder grös־ern Verbren., ng ( \ ex Kunst, vcn fast allen Buchdruckereycn in Deutschland und andern Ländern angL״ ommener Gebrauch; eigentlich aber ein Nachtrag desLehrgelds und zum Besten 5 ar ìirmern Jünglinge, welche sich der Kunst widmeten,eingeführt. Die Ausgelernten bilrtLv״ n c } ne besondre untergeordnete Klasse , waren vonden Vorrechten der P os tulirt en ausschlössen und überdies mit einer wöchentlichenAbgabe belegt. Hielten sie um das Postula. an f üc ] er m j t andern Worten , entrichtetensie das Nachzuzahlende, so erfolgte ihre Aufnu\ nle i n einem feierlichen Actus, De-position genannt. Der um die Kunst so hochv^ r ]i e nte I m m a n u e 1 Β reit hop fliess durch seinen Hausgenossen und Freund Professor Schwabe an die Stelle der al-ten Deposition, die grösstenteils aus ungereimten und lächerlichen Ceremonien zusam-mengesetzt war , eine neue verfertigen, welche nachher von allen Ofikinen angenom-men wurde.