Während nun hiernach der Sortimentsbuchhandel in der letztenHälfte des 16. Jahrhunderts wieder in Aufnahme kam und hier reicheNiederlagen auch von ausländischer Literatur gründete, so konnten sich dochdie Geschäfte der Buchdrucker von dem erhaltenen Stoße nicht eben soleicht erholen. Was sie lieferten, waren theils ascetische Schriften, theilsControverspredigten und eine Masse von Traetaten über den Kalenderstreit, derdamals gerade besonders hier die Gemüther heftig bewegte und die Vertreibungder evangelischen Prediger zur Folge hatte. Es fehlten den hiesigen Buchdruckerndie Mittel, den Druck größerer Werke, die nach den Forderungen derfortgeschrittenen Kunst eleganter ausgestattet werden sollten, zu übernehmen
Deßhalb faßte denn der gelehrte Stadtpfleger Markus Welser ,der sich zu seinen ersten schriftstellerischen Arbeiten der aldinischen Pressein Venedig hatte bedienen müssen, den Entschluß, die Privatdruckerciitä iu^'Kue piuu« zu gründen. Es sollten durch sie umfassendere,wissenschaftliche Werke, die im Buchhandel nicht zu haben waren, unddann vorzüglich der kostbare Schatz jener noch nicht cdirten griechischenHandschristen, welche die Stadtbibliothek im Jahre 1545 von dem vertriebenenBischöfe von Coneyra, Antonius Eparchus, um 800 fl. Dukaten käuflichMl sich gebracht hatte, veröffentlicht werden. Zur Deckung der Kostenconstituirte sich eine Gesellschaft, die die angesehensten Männer der Stadtvon beiden Konfessionen zu ihren Mitgliedern zählte. Ueber die Auswahlder Werke entschied ein eigenes Comite von Gelehrten; unter diesen befandensich der genannte Stadtpfleger Markus Welser , der als Philolog rühmlichbekannte Stadtbibliothekar und Rector bei St. Anna, David Höschel ,welcher an dein oben berührten Entschlüsse Wclscrs nicht den geringstenAntheil hatte, ferner Ritters Hausen, Andreas Schott, Henisch,Oeev, Stengel, Albizius, Bern . Baldus, Raderus, Pinicianus,I akvb P o n tanu s u. a. Das welser'sche Institut hatte sich eines kaiserlichenPrivilegiums äs äitto 29. November 1594 und eines königl. französischenzu erfreuen. Es lieferte voll dem Jähre 1594 bis zu dem Jahre 1619oder 1620 eine große Anzahl Bücher, zum Theile von bleibendem,wissenschaftlichen Werthe. Sein erstes Produet war die «/uop«I« 8. 8.^(Iilt^lim'lun ^UK. Vjild. 1594. 4., ob für das letzte der ollwIoKu«di>)1il)<Iit^:tv ^uloiu ^ug. Vind. 1649. 4. zu halten ist,
Welser schreibt in seinen o/ie,//,«« 865. Illo sanv oilül video, extvpo^laplioium uosUoruin teuullute, ut. proprüs suiuplilius vix c^uitl^umu^vuI^tiiU. oi. auch p. 857.
I__
1^