Aehnlichkeit mit jenen, welche Rud. Zach. Becker in der dritten Lieferungseiner Holzschnitte alter deutscher Meister sub Nro. 84 mittheilt; nur sindsie schöner und etwas größer.
Die Blätter sind übrigens durch Buchstaben des großen gothischenAlphabets bezeichnet, die der Reihe nach von A bis W fortlaufen; dasletzte Blatt hat dann die Signatur AA.
II
Die ältesten Augsburger Drucke, welche die vereinigte K.Kreis- und Stadtbibliothek dahier besitzt, gingen hervor:
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aus der Presse des Günther Zainer . Dieser war, wie oben schonbemerkt wurde, der erste Buchdrucker in Augsburg und aus Reutlingen gebürtig. Wo er seine Kunst lernte, läßt sich nicht mit Gewißheit angeben;aus dem Prädicate xsiitii-simu« niÄKistei-, das er sich schon im Jahre1469 beilegte, wird es indeß doch wahrscheinlich, daß er bei Fust undSchöffer in Mainz arbeitete. Von seinen Persönlichen Verhältnissen ist nurWeniges bekannt. Er lebte anfangs in Augsburg als Beisitzer. Erst imJahre 1472 erhielt er das Bürgerrecht; in dem Steuerregister von diesemJahre ist er als Günther Schreiber, in jenem von 1473 als GüntherZainer Schreiber eingetragen. Wahrscheinlich wurde er Schreiber genannt,weil er sich früher durch Abschreiben der Ooäiess seinen Unterhalt erworbenhatte; es ist aber auch möglich, daß ihn dieses Prädieat statt des latein.libi'iU'ius schon als Drucker bezeichnen sollte.
Nach Zapf wurde gegen die Ausübung seiner Kunst von denFormschneidcrn, Briefmalcrn und Kartenmachern, die sich dadurch in ihrenGewerben beeinträchtigt glaubten, anfangs Beschwerde erhoben. Durchdie Vermittelung des Prälaten von St. Ulrich, Melchior von Stanham,soll er jedoch, mit einem andern Typographen Johann Schüßler, dieErlaubniß, den Bücherdruck fortzusetzen, unter der Bedingung erhaltenhaben, daß sie ihren Werken keine Vignetten und verzierte Kapitalbuchstabenmehr beisetzten. Es muß aber auch diese Beschränkung bald zurückgenommenworden seyn, da fast an allen Producten seiner Offizin jene Ausschmückungsich findet. Viele seiner Drucke sind mit Holzschnitten ausgestattet, diezwar allerdings noch keinen höhern Kunstwerth haben, aber doch für dieGeschichte der Formschneidekunst wichtig sind. Ob er der erste in Deutschland