Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
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sich hie und da, z. B. auf dem ersten Blatte des Registers, auf derersten Seite des 5. Blattes und so überall, wo eine Borrede desHieronymus eingerückt ist. Die Typen weichen von der vorhin sudNro. 4 aufgezählten Sorg'sehen Bibel ganz ab. Sie sind größerund fetter, als diese, aber doch so wie (wenn man jene, womit einige4° Ausgaben v. I. 1483 gedruckt sind, ausnimmt) alle, welche beiden Sorg'schen Drucken vom Jahre 1478 angewendet wurden.

Die Lagen bestehen immer aus 5 Bogen. Als Unterscheidungszeichenwird nur der Punet und das Comma gebraucht; dieses dient auch amEnde der Zeilen als Sylbenthciler, obwohl hiezn auch bisweilen eindoppelter Strich angewendet ist. Das Wasserzeichen stellt meistens eineKrone über einem, mit einer Mauerzinne versehenen Thurme dar.

Das Register über den speziellen Inhalt der einzelnen Kapitel derbiblischen Schriften, dessen Ueberschrift ich oben anfiihrte, hat dieseBibel vor allen andern, aus Augsburger Pressen hervorgegangenen,voraus.

Die ersten Verse des ersten Capitels der Genesis lauten also:In dem anfange beschuf Gott hymel und erden aber dieerde was läre und eitel und die vinsternuß waren auffdem antluez des abgrunts und d' geyst gotes wardgetragen auf die wasser. Und got der sprach. Es werddas liecht Unnd das liecht ward gemacht, und got d' sahedas liecht dz es gut ward.

6.

Hystori eines edlen fürsten hertzog Ernst von bayern undvon ostreich.

Goth. MI. ^.UKK. 1973.

Von diesem Werkchen, dessen Titel Panzer in den Annalen der älterndeutschen Literatur x. 42 anzeigt, besitzt die hiesige Bibliothek nur23 Blätter. Der genannte Bibliograph und nach ihm Ebert (I, 546)halten es für einen Straßburger Druck. Die Typen gleichen vielmehrganz jenen in der Sorg ischen Bibel vom Jahre 1477 und beweisenalso, daß Sorg dieses Werkchen noch vor dem Jahre 1478 druckte.Es hat weder Sign. noch Custoden und Seitenzahlen.

Wachler vermuthet in seinen Vorlesungen über die Geschichte derdeutschen Nat. Literatur I, x. S4, daß Heinrich von Veldeckdie nachher zum Volksbuche gewordene Geschichte nach einer lateinischen

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