größte Celebrität. Er war von dem Kaiser Maximilian , dessen besondererGunst er sich seit dem Jahre 1514 rühmen konnte, wo er ein Gebetbuchzu dem täglichen Gebrauch des Kaisers mit ungewöhnlicher Eleganz gedruckthatte*), nach Nürnberg gerufen worden, um hier den Druck jenes Prachtwerkszu besorgen. Die erste Ausgabe erschien daselbst 1317. Panzer**) vermuthetezwar, daß auch diese Edition in Augsburg herauskam, da Schönspergerin Nürnberg nie eine Druckerei gehabt habe. Er glaubte, Nürnberg seyblos dem Melchior Pfinzing zu Ehren als Druckort genannt worden.Allein es ist nicht abzusehen, wie Pfinzing, dem bekanntlich die Abfassungdes Gedichts, wenigstens theilweise, zugeschrieben wird, durch die Angabeeines falschen Druckortes geehrt werden konnte, dagegen ist leicht begreiflich,daß er es wegen der Correctheit des Werks wünschen mußte, den Druckin seinem Wohnorte beaufsichtigen zu können.
Da sich der Kaiser Maximilian , der der Held des Gedichts ist,und wahrscheinlich auch den ersten Entwurf dazu selbst machte, für dieVeröffentlichung und glanzvolle Ausstattung desselben sehr interessirte, sowar es wohl nicht schwer, Schönspergern zu vermögen, daß er seinDomizil für die Dauer des Druckes nach Nürnberg verlegte. Der Umstand,daß er in den Nürnberger Steuerlisten nicht als Drucker aufgefiihrt ist,kann gegen die Existenz seiner Presse natürlich nichts beweisen.
In Augsburg druckte er nach seiner Rückkehr noch mehrere Werke.
Sein Sohn Johannes Schönsperger , der jüngere, wargleichfalls Buchdrucker, doch gab er sich mehr mit dem Buchhandel ab,der damals noch ganz in den Händen der Buchdrucker war; er benutztezu seinen Verlagswerken auch die Offizin des Johann Ottmar ***).
Uebrigens sind die Typen der Schönspergerischen Presse sehrverschieden. Ueberhaupt wird es von jetzt an schwer, nach der Form derLettern auf den Drucker zu schließen, wenn diese sich nicht selbst nannten,weil nun die Schriftgießerei als selbstständiges Gewerbe auftritt und mehrereDrucker mit ihren Typen zugleich versorgt, während vorher dieTypographen sich ihre Formen selbst verfertigten.
In der hiesigen öffentlichen Bibliothek sind folgende Druckwerke vonSchönsperger, dem ältern:
*) <:5. die Beiträge zur Kunst- und Literaturgeschichte 1. u. 2. Heft p. I^XXXXIINürnberg 1822.
**) «k. Annalen der älteren deutschen Literatur p. 410."*) vf. oben x. 9.
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