Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
Seite
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6.

Die geuerlicheiten und eins teils der geschichten desloblichen streitbaren und hochberumbten helds und RittersTewrdannckhs. Schluß: Gedruckt in der kaiserlichen StatAugspurg durch den Eltern Hansen Schönsperger im JarTausent fünffhundert und im Neuntzehnden.

Goth. ^ol. 290 ungezeichn. Bll. (eines weiß) mit 24 Zeil. und derSign. s2. ^? und ^.

v. I.. 26 u. 27.Die letzten 8 Blätter enthalten eine Erklärung der Allegorie odereinen Clavis. Die 118 Holzschnitte sind von Hans Scheufelein,dem bekannten Maler und Formschneider, welcher 1340 zu Nördlingen starb, gezeichnet und von Jost von Negker (nach Eberts VermuthungII, x. 953. vielleicht auch von anderen) ausgeführt. Wenigstens istHeller *) der Meinung, daß der letztere den Holzschnitt besorgte. Esist indeß doch möglich, daß Scheufelein selbst mehrere Plattenfertigte, da nachgewiesen werden kann, daß er auch als Formschneiderarbeitete.

Das Exemplar des THeuerdank in unserer Bibliothek gehört zu denzweiten Ausgaben dieses Gedichts. Ebert beschreibt diese im bibl.Ler. II, 954. Obwohl sie den ersten an Schönheit nachstehen, danamentlich die Holzschnitte schon abgenützt sind, so verdienen sie dochwegen ihres artistischen und typographischen Werthes alle Beachtung.Der Tert, die Typen und die Holzschnitte sind die nämlichen, wie inder Hauptedition von 1517.

Schönsperger hat in dem Theuerdank Alles überboten, was dieTypographie bis zu seiner Zeit geleistet hatte. Denn es kann nachden angestellten gründlichen Untersuchungen ^*) feinem Zweifelmehr unterliegen, daß bei dem Drucke in der Hauptsache bewegliche,gegossene Lettern angewendet wurden; nur die irregulären oder überdie Linie und den Kegel hinausragenden Versalbuchstaben, dann diekleinen und großen Schreiberzüge mögen xylographische Arbeit seyn.

Die neuen ausgezeichneten Typen soll Schönsperger zuerst imOiui'imlö s. llber xreoum, kl. k^ol., das, wie ich oben sagte, im

*) Geschichte der Holzschneidekunst p. 118.

**) Ich verweise deshalb auf die bei Ebert II, 952 angeführte reiche Literatur undcmf Naßers Vorlesungen über die Geschichte der deutschen Poesie I, p. 254.

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