bekam und der Angabe des Schwarzischen Katalogs vertrauen mußte.Braun aber, der dasselbe in der Bibliothek von St. Ulrich vorfand,hätte sich leicht überzeugen können, daß es aus keiner AngsburgerOffizin hervorging. Kein einziger der hiesigen Buchdrucker führte solcheLettern, wie sie in der Guldin Bibel vorkommen. Die Schlußworte:Hie endet sich die guldin bibel können aber für Augsburg garnichts beweisen, da sie offenbar ein späterer Zusatz sind. Denn erstenssind die Worte sehr ungleich aneinander gereiht. Man sieht aus ihrerZusammenstellung, daß sie einzeln, ohne Hilfe der Presse, beigedrucktwurden. Dann ist die Druckerschwärze von der in: Buche selbst gebrauchtenganz verschieden. Die Typen ferner haben zwar einige Aehnlichkcitmit denen des Textes, doch sind sie plumper. Ich vermuthe, daßsie behufs der beabsichtigten Täuschung eigcnds nach den Buchstabender guldin Bibel geformt wurden. Welcher auswärtigen Druckereidiese letztere übrigens zuzuweisen ist, getraue ich mir nicht zu bestimmen.Vielleicht ist sie das Werk einer Presse von Ulm .
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