Druckschrift 
Ulrich Zell, Kölns erster Drucker : mit 8 Tafeln in Strichätzung / von Johann Jakob Merlo. Nach dem hinterlassenen Ms. berarb. von Otto Zaretzky. Hrsg. v. d. Stadtbibliothek in Koeln
Entstehung
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bole nochmals angebracht, hier aber zu einer Figurvereinigt. Der ganze Holzschnitt ist wegen seinerKomposition bemerkenswert und scheint einer Mini-atur des 12. oder 13. Jahrhunderts entlehnt zu sein.

Reich mit Illustrationen ausgestattet ist das unge-fähr um 1485 gedruckte Horologium devotionis, wel-ches 14 Metallschnitte (einschliesslich einer Wieder-holung), die in sogen. Schrotmanier ausgeführt sind,sowie 24 Holzschnitte (einschliesslich sechs Wieder-holungen) enthält. Die Metallschnitte sind teils inStrichen, teils in Punkten ausgeführt und verrateneine geschickte Hand, das letztere gilt auch von denHolzschnitten, welche zum Teil gut komponiert undausgeführt sind. Mit dem Horologium ist ein zweitesWerk zusammengedruckt, welches auf Bl. 129a be-ginnt: De vita et beneficiis salvatoris Jesu Christi.Verfasser desselben ist nach der Untersuchung vonJoseph Pohl 1 Thomas von Kempen. Hieran schliesstsich ein drittes: Tractatus de spiritualibus ascensio-nibus von Gerhard von Zutphen. Die beiden Anhängehaben keine Abbildungen. Hain führt sie als zweiselbständige Schriften auf, ebenso Fischer; das Ho-rologium ist letzterem unbekannt geblieben 2 . DasSignet, welches Zell gegen Ende seiner Thätigkeitangewandt hat, ist technisch der geschickteste Holz-

1 Über ein in Deutschland verschollenes Werk des Thomas vonKempen. Progr. d. Gymn. Thomaeum zu Kempen (Rhein) 1894/95.

2 Typogr. Seltenheiten VS. 8084. Vgl. Hain 2995.8931. 10993. I0 995-Die Kölner Stadtbibliothek besitzt zwei in der Ausstattung von einanderabweichende Exemplare. Iffdem einen fehlt der Holzschnitt auf der letz-ten Seite des Horologiums, das jüngste Gericht darstellend, die Seite istunbedruckt geblieben. Ennen, Ink.-Kat. 3.5758, verwechselt die beidenExemplare. Nr. 61, 135 mit der Adresse apud Lijskirchen am Schlussist ohne das 38. Bild; Nr. 62, 136 ist das vollständige Exemplar, in wel-chem der Tractatus de ascensionibus, der mit der Adresse endet, un-mittelbar auf das Horologium folgt und die Schrift De vita et beneficiissalvatoris den Schluss bildet. Über die richtige Reihenfolge und dieZusammengehörigkeit der Schriften geben die Signaturen Auskunft.Vgl. auch Pohl a. a. O. S. IV.