geld gemessen, sank von 1870—93 von ungesähr 1 sn. 11 6. aufetwas unter 1 sli. 1 ei. Mit der russischen Valuta verhält es sichetwas anders. Der Durchschnittskurs des Rubels in Berlin von1876—80 war 221.22 Pf., fast genau der gleiche wie heute. Esfolgte ein Sinken des Rubelkurses bis auf 180,85 Pf. im Durchschnittdes Jahres 1887 und von da an ein Steigen bis auf 235,36 imDurchschnitt des Jahres 1890. Gegenwärtig steht der Rubel seitlängerer Zeit ziemlich nahe bei 220 Pf. Man kann also die russische Valuta wohl eine schwankende nennen, aber eine „sinkende"nicht; sie steht heute ebenso hoch, wie in den Jahren 1876—80 nndhöher als in dem ganzen Jahrzehnt von 1880—89.
Mit der argentinischen Valuta hat es seine ganz besondereBewandtnis. Bis Anfang der 80 er Jahre hatte Argentinien Papier-währung mit einem Agio von etwa 3000"/o. In den Jahren 1883und 1884 führte es die effektive Goldwähruug durch; seit 1885 hates eine mit Unterbrechungen sinkende Papierwährung.
Bon einer wirtlich siutendeu Valuta kann also nur bei Indienvon 1873 ab, und bei Argentinien von 1885 ab die Rede sein.
Nehmen wir zunächst die indische Weizenansfnhr. Es ist schonoft darauf aufmerksam gemacht worden, das; zwischen den indischenWechselkursen nnd der indischen Getreideausfuhr absolut kein Zusammen-hang zn konstatieren ist; beide haben sich seit den siebenziger Jahrendurchaus unabhängig von einander bewegt. Dies zeigt, daß, wenndie Valutaschwaukuugeu überhaupt einen Einfluß auf die Gestaltungdes Getreideexports haben, derselbe gegenüber anderen Verhältnissensehr gering sein muß. Das erklärt sich aus verschiedenen Gründen.Vor allem ist die Geldwirtschaft in Indien nicht derartig entwickelt,wie es die bimetallistische Theorie znr notwendigen Voraussetzung hat.Wenn die ländlichen Arbeiter nicht lediglich in Geld entlohnt werden,sondern hauptsächlich in Naturalien, z. B. in Anteilen an der Ernte !c.— wie steht es dann mit der Bedentnng des Sinkens der Valuta fürdie indische Gctreidcproduktiou? Bei gleicher Ernte hat dann der indischeGetreidebauer den gleichen Getreideüberschuß für den Export, ob dieindische Valuta inzwischen gestiegen oder gefallen ist, das bleibt sichhier ganz gleich. Allerdings, wenn nun bei gesunkener Valuta derindische Produzent für sein Getreide nicht mehr Rupien verlangt alsbisher, dann kann er nach Goloivähruugslüudern billiger liefern. Aberob er das thuu wird? Wenn er selbst an den Händler zu demselbeuRupicuprciS verkaust wie im Vorjahr, so ist doch der Händler kluggenug, soviel dafür zu nehmen, als er bekommen kann. Es ist einevon dem indischen Ministerin»! in einem offiziellen Bericht vom Oktober1892 anerkannte Thatsache , daß die Großhandelspreise vonWeizen in weitem Maße durch die iu Gold ausge-drückten Preise der europäischen Märkte bestimmt wer-den, nnd nicht umgekehrt. Die Gründe dafür sind klar. Derganze indische Getrcideerport ist ein verhältnismäßig geringer Bruch-