verfügbar sein müssen, in gleicher Qualität und Quantität wie am Erfassungsort,unabhängig von individuell genutzten Hard- oder Softwareplattformen.Andererseits ist technisch zu gewährleisten, dass auch die Datenerfassung anverteilten Standorten durchgeführt werden kann und die Datenbasis migrations-fähig ist, um sie verlustfrei in Fremdsysteme zu überspielen bzw. Fremddatenins eigene System zu importieren.Diese Interoperabilität der Systeme auf der Basis gemeinsamer Standards ist un-verzichtbar, wenn eine Datenbank alle potentiellen Nutzer erreichen und aufebenso konsequente wie effiziente Weise mit Informationen versorgen soll.>In-sellösungen<, die ausschließlich in ihrer spezifischen Umgebung arbeiten, außer-halb ihres Frameworks aber nicht oder nur unzureichend adressierbar sind,riskieren, früher oder später der Bedeutungslosigkeit anheim zu fallen, da sieden Nutzer mangels Schnittstellen immer wieder zum Wechsel seines virtuellenArbeitsplatzes nötigen. Dergestalt isolierte Systeme verspielen unabhängigvon ihren konkreten Inhalten eine wesentliche Stärke der neueren Techno-logien: Datenbanken vervielfältigen Informationen. Dies bedeutet, dass das er-schlossene Material nicht exklusiv auf einer Plattform bereitgestellt wird, an dieder Nutzer fortan gebunden bleibt, sondern gleichsam>multipliziert< über ver-schiedene Zugänge abgerufen werden kann. Die Vorteile, welche dieseswichtige Anforderungskriterium nach sich zieht, zeigt ein Blick auf Großpro-jekte wie die Online-Version der»Bibliographie der deutschen Sprach- und Lit-eraturwissenschaft«(BDSL-Online).7BDSL-Online, die digitale Ausgabe des in der internationalen Germanistikrenommierten>Eppelsheimer-Köttelwesch<, bietet zunächst die Nutzungs- undFunktionsbreite vergleichbarer, bibliographischer Angebote, die in den letztenJahren zurecht ihre neue Heimat im World Wide Web gefunden haben: DiverseEingabemasken ermöglichen die Recherche nach gesuchten Informationen,wobei aufgrund der jahrgangsübergreifend frei kombinierbaren Kategorien(Autor, Titel, Publikationsform, Schlagwort, behandelte Werke usw.) ein deutli-cher Mehrwert gegenüber der Druckfassung erzielt wird. Trefferlisten fassen dieSuchergebnisse zusammen, deren Detailansicht jeweils alle erforderlichenTitelangaben enthält bzw. auf übergeordnete Werke, Rezensionen, weitereVeröffentlichungen eines Autors oder auf schlagwort-identische Publikationenverweist. Suchrecherchen einer Sitzung werden gespeichert, um später no-chmals, ggf. in variierter Form durchgeführt zu werden. Darüber hinaus könnenTreffer in eine Auswahlliste übernommen und im Anschluss als Textdatei oder7Die an der Universitätsbibliothek Frankfurt a. M. unter Leitung von Dr. Wilhelm R. Schmidtherausgegebene Online-Version der Bibliographie der deutschen Sprach- undLiteraturwissenschaft(www.bdsl-online.de) umfasst die Berichtsjahrgänge der gedrucktenFassung des sog.>Eppelsheimer-Köttelwesch< ab 1985. Frei zugänglich sind die mitFörderung der DFG retrodigitalisierten Jahrgänge bis einschließlich 1995; lizenzpflichtigeUpdates aktualisieren den Datenbestand jeweils in vierteljährlichem Rhythmus.171
Aufsatz in einem Sammelwerk
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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