tions- und Literaturrecherchen, Verfügbarkeitsprüfungen sowie die eigentlicheTextbeschaffung werden nicht mehr in verschiedenen Angeboten, sondern zen-tral in einer Arbeitsumgebung durchgeführt. Anbindungen an Referenzorganewie die BDSL-Online oder an Kataloge wie jenen des Gemeinsamen Biblio-theksverbundes(GBV) mit allein mehr als 760 teilnehmenden Bibliothekenbzw. über 45 Millionen erfassten Titeln gewährleisten dabei eine gleichermaßenhomogen aufbereitete wie maximale Trefferausbeute. Auf die»Visual Li-brary« wird weiter unten, im Zusammenhang mit dem Einsatz von Literatur-managementsystemen in den Geisteswissenschaften, zurückzukommen sein. Einweiteres, wichtiges Kriterium, das Datenbanken erfüllen müssen und dieAufbereitung bzw. Präsentation von Informationen betrifft, soll vorab kurz skiz-ziert werden.***Mit dem Einzug von Datenbanken in die Geisteswissenschaften bedurfte es ei-nige Jahre, bis Kompromisse gefunden wurden, welche ergonomische Nutzer-erwartungen hinsichtlich der Datenwiedergabe erfüllen konnten. Eher die Regelals die Ausnahme stellen dagegen oft heute noch Datenbankangebote dar, die indieser Hinsicht am Endnutzer>vorbeientwickelt< wurden: Wohlbestückt mithochinteressanten Materialien für das jeweilige Fachgebiet, liefern Recherche-läufe dennoch immer nur periphere Informationen, die den Nutzer über kurzoder lang verzweifeln und die Datenbank irgendwann zum Datenfriedhof wer-den lassen. Oftmals erhält man auch nur punktuelle Informationen über den Ge-samtumfang der erschlossenen Daten und erfasst folglich gar nicht, welcheSchätze möglicherweise in der Datenbank ruhen. Unabhängig von zentralenFragen, die z. B. die Nachhaltigkeit des Datenformats, die Architektur des Sys-tems oder Aspekte der Langzeitarchivierung thematisieren, werden konkreteNutzererwartungen von den Anbietern nicht selten stiefmütterlich behandelt. EinEntwicklungsbereich, der diese Problematik besonders deutlich illustriert, be-trifft den Gesamtkomplex der Datenpräsentation.9Die heute noch durchaus gängige und oft genug einzige Form, einen gezieltenZugriff auf den Datenbestand eines Systems zu erhalten, bildet eine Eingabe-maske zur Suche nach singulären Datensätzen bzw.-teilen: In Interfaces zur»einfachen« oder»erweiterten Suche« erfasst der Nutzer Personen- oder Autor-namen, wahlweise Titelangaben oder Schlagworte zur gewünschten Publikationbzw. sonstige die Recherche eingrenzende Angaben. Stimmt nur einer der Pa-Philosophie& Theologie; Wirtschaft, Politik& Recht.9Vgl. Alexander Czmiel/ Martin Iordanidis/ Pia Janczak/ Susanne Kurz/ Gesamtredaktion:Manfred Thaller: Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen.Evaluierungsbericht über einen Förderschwerpunkt der DFG. Universität zu Köln, Januar2005www.dfg.de/forschungsfoerderung/wissenschaftliche_infrastruktur/lis/download/retro_digitalisierung_eval_050406.pdf(05.07.2006).173
Aufsatz in einem Sammelwerk
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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