Aufsatz in einem Sammelwerk 
Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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rameter nicht mit den hinterlegten Daten überein, liefert das System keine Tref-fer ­ umgekehrt formuliert: Der Nutzer muss bereits über ein unter Umständenbeträchtliches Wissen darüber verfügen, was er sucht, um überhaupt etwas zufinden.So unverzichtbar elaborierte Eingabemasken zum gezielten>Searching< sind -das zukunftsträchtigere Potential moderner Technologien besteht darin, in Da-tenbanken enthaltene Informationen zu visualisieren, d. h. das intuitive>Brow-sing< nach relevanten Materialien zu unterstützen. Nicht mehr nur die gezielteSuche nach bibliographischen Angaben, die oft einem Stochern im Heuhaufengleichkommt, fördert eine Treffermenge zutage ­ der Nutzer hat ergänzend dieMöglichkeit, den Datenbestand in toto systematisch und strukturiert auf kon-krete Fragestellungen hin zu durchforsten, d. h. ohne exakte Eingaben zu ein-schlägigen Ergebnissen zu gelangen. Für die»Bibliography of Linguistic Lite-rature/ Bibliographie Linguistischer Literatur«(BLLDB), des Schwesterpro-jekts der BDSL-Online, bedeutete dies eine Klassifikationsstruktur von Fach-termini zu etablieren, entlang denen sich der Nutzer zu den Publikationen seinesInteressenschwerpunkts navigieren kann. Die hierarchisch organisierte Visuali-sierung von Datenbeständen zur Ergänzung herkömmlicher Suchfunktionenstellt ein globales Prinzip dar, das für Datenbanken jedweden Typs Geltung be-ansprucht. Analog zur gestaffelten Schlagwortnavigation in bibliographischenAngeboten wie BLLDB oder BDSL-Online sollte daher auch in retrospektivenDigitalisierungsprojekten, die schwerpunktmäßig Originalgraphiken historischerQuellen präsentieren, auf eine strukturierte Visualisierung des abrufbaren Mate-rials gesetzt werden.Die skalierbaren Seitengraphiken der jüdischen Periodika sind in»CompactMemory« gemäß ihrer>natürlichen< Ordnung zugänglich, wobei über den Navi-gationsbaum im linken Frame zunächst die gewünschte Zeitschrift, dann derJahrgang und schließlich das gesuchte Heft sowie ein Verzeichnis der darin ent-haltenen Einzelbeiträge aufgerufen wird. Datenbankportale sollten den Nutzerngrundsätzlich solche ergonomisch sinnvollen, visualisierten und intuitivenZugriffe auf ihre Datenbestände ermöglichen: Im Fall von»Compact Memory«bedeutet dies, dass auf das internalisierte Wissen der Nutzer rekurriert wird,welches sie sich im Umgang mit periodisch erscheinender Literatur in>realen<Bibliotheken erworben haben. Diese Prämisse gilt allerdings nicht nur für dienutzerseitige Datenausgabe, sondern ­ wie im Folgenden kurz skizziert werdensoll ­ gleichermaßen für die Datenerfassung.***Die Entwicklung von Datenbanken, die Katalogisierung und Erschließung einesDatenbestands, dessen Überführung in ein Internetportal sowie die nachhaltigeServerbetreuung ­ kurz: alle Arbeitsphasen von der Planung über die Realisationbis zum Unterhalt eines solchen Projekts ­ verschlingen hohe Sach- und Perso-174