wiesenen, systematisch archivierten und indexierten Exzerpten oder Volltexten,ferner den Referenzen zu sachverwandten oder übergeordneten Quellen sowieden Publikationen, Projekten, Konzepten und Gliederungen des Nutzers eineumfassende, auf die individuellen Forschungsinteressen zugeschnitteneMaterialbasis. Sie dient im übertragenen Sinn jener>Auffindung des Stoffes<( inventio), die den Ausgangspunkt eines aktuellen Projekts bildet, um mit derZeit kontinuierlich anzuwachsen u. a. durch neues, fachbezogenes Material,das mit Hilfe des integrierten Online-Moduls»Visual Library« systematisch ausdem Internet gefiltert und in die Dankbank importiert werden kann.Die>Gliederung des Stoffes<( dispositio), ließe sich sagen, geschieht in der Pro-jektverwaltung des»Visual Composers«: Der Nutzer legt zunächst ein neues>Projekt< an dies kann jede Form einer geplanten Publikation, eines For-schungsvorhabens oder eines Digitalisierungsprojekts sein. Alle relevantenDaten und Materialien, die zur Realisation erforderlich sind Metadaten, eigeneExzerpte, zugehörige Dokumente, Graphiken oder sonstige Referenzen wer-den per Drag& Drop systematisch einer frei konfigurierbaren Gliederungs-struktur zugewiesen, welche den argumentativen, organisatorischen oder logis-tischen Aufbau des Projekts widerspiegelt. Hier wie schon bei der vorangegan-genen Datenerfassung spielt das Prinzip der Visualisierung eine maßgebendeRolle: Die Datenbank präsentiert sich nicht als>Black Box<, die dem Nutzer ander Arbeitsoberfläche immer nur einen beschränkten Ausschnitt seiner Datenba-sis abbildet, sondern ihm einen visualisierten Zugriff auf alle Bereiche seinesCorpus bietet, auf das er zudem wechselnde Sichtweisen erzeugen kann.Bildet ein Text das Produktionsziel, wie dies bei Geisteswissenschaftlern dieRegel ist, steht dem Nutzer im»Visual Composer« ein Editor zur Verfügung,der alle Kernfunktionen herkömmlicher Textverarbeitungsprogramme bietet.Darin bearbeitet er sein gegliedertes Konzept nach textuellen Kriterien undbereitet es unter sprachlichen Gesichtspunkten für die eigentliche Publikationvor( elocutio). Dieser Produktionsschritt widmet sich vorrangig der rhetorischenDurchgestaltung und kommunikativen Intention des Textes, verlangt allerdingsaufgrund des wissenschaftlichen Anspruchs stets die Beachtung zahlreicherformaler Elemente und Kriterien. Typographische und bibliographische Vor-gaben wechselnder Stylesheets, wie z. B. variierende Richtlinien hinsichtlich derZitation von Quellen, müssen in diesem Arbeitsgang ebenso berücksichtigt wer-den wie technische Anforderungen, etwa die zunehmend geforderte Bereitstel-lung der Dokumente in spezifischen Formatsprachen oder deren Indexierungentsprechend moderner Auszeichnungssysteme. In Literaturmanagementpro-grammen wie dem»Visual Composer« entfallen diese redundanten Tätigkeitenweitgehend: Spezifische Gliederungsstrukturen oder homogenes Datenmaterial,z. B. Literaturangaben oder Fußnoten, werden automatisch erstellt, mitgeführtund aktualisiert, wobei vorgegebene oder individuell konfigurierbare Stylesheets178
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Digitalisierungsprojekte, Datenbankportale und Literaturmanagement in den Geisteswissenschaften : Anforderungsprofile – Softwarelösungen – Realisation
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