*)(16)(* ſtractiones Metaphyſicas derer Schullehrer befleißigen / ( durch welche man weder dem gemeinen beſten was nuꜩet/ nochſeiner Seelen Seeligkeit befoͤrdert/ und bey weltklugen Leutenmehr verhaſt als beliebt ſich machet /) oder die noͤthigen Wiſſen-ſchafften nur obenhin und ohne gruͤndlichen Verſtand wie dieNonnen den Pſalter lernen/ und iſt nichts neues/ daß wenn ʒumExempel ein gut Ingenium an ſtatt der Trebern ſeinen Ver-ſtand mit vernuͤnfftigen Speiſen nehren/ und den Durandum de S. Porciano &c. nicht fuͤr einen Heiligen paſſiren laſſen/oder dem was ihm in der Jugend fuͤrgeſungen worden / nichtnach pfeiffen will/ ſelbiges in ja ſo ſcharffe Inqviſitiones faͤlt/ alsPetrus Ramus ʒu ſeiner Zeit / der ſich fuͤr Koͤniglichen Com- miſſariis nachdruͤcklich defendiren muſte, daß er gelehrt/ manmuͤſte die Logic definiren/ und doch mit Muͤhe und Angſt vonderſelben Inquiſition erlediget wurde ; oder wohl gar verkeꜩertund aus heiligem iedoch unʒeitigem Eyfer mit denen ſchimpfflich-ſten Scheltworten beleget wird/ wie etwann ein Geiſtlicher inFranckreich ʒu gedachten Rami Zeiten/ der nach des Rami Leh- re an ſtatt Kiskis, Kankam, miſchi; quisquis qvanqvam,mihi&c. pronuncirte, von der Sorbone ʒu Pariß als ei-ner der eine Grammaticaliſche Ketzerey begangen haͤtte/ ſeinerbeneficien beraubet wurde. So iſt auch offenbahr/ daß wirDeutſchland unſere Sprache bey weiten ſo hoch nicht halten
als die Franvoſen die ihrige. Denn an ſtatt/ daß wir uns be-fleiſſigen ſolten die guten Wiſſenſchafften in deutſcher Sprachegeſchickt ʒuſchreiben/ ſo fallen wir entweder auff die eine Seiteaus/ und bemuͤhen uns die Lateiniſchen oder Griechiſchen Ter-minos technicos mit dunckeln und laͤcherlichen Worten zuverhunꜩen/ oder aber wir kommen in die andere Ecke/ und bildenuns ein/ unſere Sprache ſey nur ʒu denen Handlungen in gemei-hen Leben nůꜩlich/ oder ſchicke ſich/ wenn es auffs hoͤchſte koͤmmt/ʒu