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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
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der Buchdruckerkunst.

Iuttl'tls, der es von zween steinalten Mannern erfahren, die es in ihrer Kindheit voncinem achtzigjährigen Greise gehört hatten, der sich einbildete, daß er in sei-ner Jugend habe erzählen hören, da er in Lorenzens Werkstätte nach seinemSagen in Gesellschaft des Hciusdiebcs °) gearbeitet, der die Gerathschaft mitnahm,die sein Meister erfunden hatte, und hingieng, die Früchte des Diebstahls zu genies.fen; welches er nach Einigen in Mainz, nach Andern in England that; denn manist ebenso wenig einig über den Ort, als über dieZeit dieser Begebenheit.---^)

Ich habe bereits verschiedenemal diese sonderbaren Abdrücke von Hol-formen,die aus der Holländischen unvollkommnen Druckcrprejse gekommen waren, ehe dieDeutschen die gegoßnen wettern erfunden hatten, untersucht, und war mit allen mei-nen Landsleuten überzeugt, daß diese kostbaren Denkmale von 1440, oder da herum,waren, und daß man um solche Zeit noch nirgends, als in Holland , gedruckt habe.Wie groß aber war meine Verwunderung, als mir im vergangnen Jahre einer mei-ner Freunde in Antwerpen eine Urkunde von der Regierung dieser Stadt, vom22stenHeumonat 1442 vorzeigte, in welcher ausdrücklich derDrucker gedacht wird, wel-che eine Gilde ausmachten! Ich bekam einen Auszug dieser sonderbaren Schrift,und nahm mir vor, meine Untersuchung fortzusetzen: und da mich verschiedene Hin-dernisse dabey aufhielten; so sendete mir mein Freund, der begierig war, der Weltdiese Entdeckung bekannt zu machen, den utenNovbr. 1776 einen nahern Bericht vonder Sache, wie hier folgt.

Da ich Gelegenheit gehabt habe, ein genaues Vcrzeichniß von alle den Pa-pieren zu machen, welche in dem Archive der Gildekammer von St. Lttkas ZUAntwerpen, gemeiniglich die Schilderkammer genannt, befindlich sind: fand ich

unter

») Dieser Dieb, nach dieser Erzählung, einWerkgcnosse L.auren? Rosters, packte in derChristnackt, da jedermann m der Kirche war,die Lettern und Gerüche seine« Meister« zusam-men, und brachte sie fort. Eine Ladung fürverschiedene Wagen, Dieser Diebstahl ist lustigausgedacht. Hat dieser Knecht, der die Er-findung nach Mainz bringen wollen, glaubenkönnen, daß Deutschland nickt Holz genug lie-fern könne, Pressen und Buchstaben davon zumachen? Man sehe diese Erzählung, oder lie-ber, diese Fabel, in dem Lstavi» des InniusS. 256. Des Rocb.

Der Autor stellt hier die Erzählung des Iu-nws in ein ungünstiger Licht, als sie es verdie.

net; und um davon überzeugt zu seyn, leseman sie beym Junius selbst. Besonders fälltes auf, daß er den Dieb mit so einer großenFracht weggehen läßt. Sein VorgängerSckopflin gab ihm doch nur genug für einen

Wagen, plus <jȀM pl-iusti-i vetrursm: dieser

aber für verschiedene "Wagen, da ihm dochJunius Erzählung nicht mehr Bagage giebt,als ein Mann gemachlich einpacken und wegtra-gen kann. Man sehe Gost de Drnyn Beschrei-bung von Hartem p. 229 z5>, der es ?zs 9.beantwortet. >HollänV. Uederf.

b) Der Holländische Uebcrsetz-r bricht hiervon dem Eingange ab, um desto eher ju derHauptsache zu kommen. Brf.