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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
Seite
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der Buchdruckerkunst. ziDritter Satz.

Die Buchdrucker hatten in den Jahren 1442 zu Antwerpen zusammen eineGilde, und machten einen Theil der Brüderschaft von St. iucas aus, ohne daßman die Zeit ihrer Stiftung weis.

Vierter Satz.

iange vor dieser Zeit waren Buchdrucker in den Niederlanden , welcheBücher mit Bildern, die ersten Ansauge für die kleinen Schulen, und Bücher znmGottesdienste in Holz geschnitten, druckten. Die ältesten Ausgaben, die davon vor-handen sind, beweisen, daß diese Drucker sich sowohl der emzcluen oder beweglichen,als der unbeweglichen Buchstaben bedient haben. DieseBücher sind ohnsIahrzahl:aber die Art, wie sie ausgeführt sind, zeigt deutlich genug an, daß sie von viel frü-herer Zeit sind, als alle Drucke von Deutschland . Die Buchstaben von allen ins-gesammt, und die Sprache, in welcher sie sämmtlich gedruckt sind, beweisen, daßdie Niederländer allein Recht darauf haben. Alle diese U:nstände begünstigen dieMeynung, welche sie in das vierzehnte Jahrhundert setzt; und ein Schriftstellerdes fünfzehnten versichert es.

Fünfter Satz.

Die erste Unternehmung scheint in Braband, durch Ludwig von Vael-becke, geschehen zu seyn; aber man weis nicht, wie hoch der Künstler seine Ersin.düng gebracht hat.

Dieß sind die Säße, welche aus dem Vorhergehenden fließen. Sie sind be-wiesen, so viel es der lange Verlauf der Zeit, die Dunkelheit der Sache, und derMangel an den ursprünglichen Stücken hat zulassen können. Um zur Deutlich-keit zu kommen, um die Ungläubigen zu überreden, müßt'ich Stücke haben, dieich hierzu noch nicht habe entdecken können. Wenn einer oder der andere Gelehrte fürgut befinden möchte, diese meine Arbeit zu beurtheilen: so bitt' ich ihn, daß er anfdieß Bekenntniß Acht habe. Ich gebe noch nicht alle Hoffnung auf, daß mannicht in einiger Zeit noch eine oder die andere altere Ausgabe, als die sind, welche wirjtzt kennen, oder einige andere Kennzeichen von Ort und Zeit, sollte entdecken kön-nen. Die wichtigsten Stücke dieser Art, die Donate der Holländer, sind auf denHinterseiten alter Bücherbände gefunden worden; und was findet man nicht in denBibliothekeil der Klöster für eine Menge alter Bande, welche man zu durchsuchennicht werth gehalten hat! Ich bin willens, an diesen Orten eine neue Untersuchungins Werk zu richten; und ich ermähne alle Lebhaber von Geschmack und Gelehrsam-keit, dasselbige zu thun.

Lillo van de Scheide.

So