5-
Ueber die Erfindungsgeschichte
. > ^ ---- M--
o simberbare Meynungen diese Vorlesung des Hrn. de Roches iin Ganzenhat: so breitet sie gleichwohl einiges Licht über etliche Theile der Geschichteder bildenden Künste in den Niederlanden , und über die ersten Schritte der nurerfundenen Buchdruckerkunst aus.
Alles, was man bisher von der Holzschneidekunst in den Niederlanden gewußthat, gieng nicht über 1472, von welchem Jahre man nach der Erzählung deöMaüdcm^in dem Leben Quinten Mcssl's nachrechnen kann, daß in Antwer-pen von Holzschnitt abgedruckte Bilder bey den Umgangen der Hospitalleute unterdie Kinder ausgetheilt, aber er sagt nicht, auch da gemacht worden sind» Alleinaus diesem in Antwerpen ißt entdeckten Documcnt, von welchem der Freunddeö Hrn. de Roches einen Auszug gegeben hat, kann man es nicht nur vermu-then, sondern man sieht daraus, daß die bildenden Künste daselbst schon lange ge-blüht , und 1442 eine Brüderschaft hatten, welche aus allen Arten bildenderKünste, von Malern, Bildhauer!., Steinmetzen, Glaser»:, Illuministen,Drucksnnc. zusammengeseht war, und eine längere vorhergehende einzelne Ent-stehung voraussetzt, ehe sie in diese Gilde-Verbindung vereinigt wurden
Man sieht aber, daß der Antwerpische Freund des Hrn. de Roches über dieErklaruug des Worts krinters (Drnckcr) in Verlegenheit gekommen, und dadurchauf einen Abweg gerathen ist, der ihn und seinen Freund von dem wahren Sinneab, und auf den ganzen Irrthum seiner sonderbaren Hypothese geführt hat. Erglaubt in dem Worte ?rimer keine andern Künstler suchen zu dürfen, als die Buch-drncker, und das alte Center müsse so viel, als Loe^-xi-enter, und eben das bezeich-nen, was heutiges TageS DruKei- und ZoeKäruKer sagt; und setzt dazu, alle andereArten Drucker würden mit Vorsehung ihrer eignen Kunstart von andern unterschie-den, die Drucker von Holztafeln aber besonders Helllgendmcker, Figuren-drucker,
») /^itt u LeliilZer-Voeclv. ?ol. 215 d.
d) Diese Brüderschaft hatte zu ihrem Patronden Kcü, Ä.vcas erwählet, weil man glaubt,daß er ein Maler gewesen sey. Es war dieseAntwerpische Gilde nicht die einzige dieser Art,welche in diesem Zeiträume errichtet ward. ZnParis entstand iz^i eine ähnliche Verbindung,die unter gleichem Namen und Schuhe desheil. .ü.ucas in eine Gilde sich zusammen be-gab. Im Jahre war sie in so grcßemAusehen, daß sie eine Beftcvung von allenSteuern und Abgaben erhielt. Es wurde zwar
wegen des Mißbrauchs dieser Freyheit hernachdie König!. Akademie der Maler und Bildhauererrichtet; gleichwohl behielt diese Gesellschaftvom heil. LuraS auch noch 170; die Freyheit,öffentliche Schule zu halten, neben ihren Pri-vilegien. Sie ist aber nachher schr ausgeartet,und hat zuletzt nur aus Hantwerksieuten, Bil-der- und Kupferstichyändlern bestanden; undich weis nicht, ob sie noch itzt besteht oder nicht.Neue D-dl,, der M^n.^iWisch.unv Rün-sie, 2zsrcn B. -jresGr, x. i-z.