z6 Ueber die Erfindungsgeschichte
soll nach seiner Erklärung sagen: Ludwig, der künstliche Spielinstrumenlmacher,von Valbeck in Brabant gebürtig, erfand das Drucken, wie es noch heutigesTages im Gebrauche ist.
Wen» sich Hr. de Rochcs mit dieser Erklärung nicht eine Gelegenheit hatmachen wollen, seine Gelehrsamkeit in vielen Stücken zu zeigen; so muß man sichwirklich über die Mißkenntniß seiner Muttersprache in vorigen Jahrhunderten wun-dern. Ich kann nichts anders darinnen finden, als: Es starb der gute Fidel-MclNN ") Ludwig, welcher der größte Künstler NN Fingern, der jemals gewesenist, und von Valbeck in Brabant gebürtig war. Er war der erste, welcher er-fand, den Takt mit dem Fuße dazu zu stampfen, wie man es noch heutigesTages hdrt °). Und aller Wahrscheinlichkeit nach war dieser Musikant ein Mann,der für Geld und einen guten Trunk verstattete, daß eine fröhliche Gesellschaft sichnnt ihm ergötzte; und einer seiner Freunde im Leben, der Hr. Nicolaus de Klerc,stiftete ihm nach diesem Muster auch noch nach semcm Tode eine lustige Grab- undGedenkschrist in seiner Chronike.
Der Hr. de Rothes, der die Worte, mskene encje rnetter Kari6, nicht fürdas gewöhnliche Fingern bey dem Violi'nspielen annehmen wollte, wurde dadurchverleitet, es mit dem V^ciel->re dergestalt zu verbinden, daß er einen Instrument-macher daraus schuf; so wie die Aehulichkcit des Wortes mit dem lateini-schen Worte des mittlern Zeitalters ihn die Bnchdruckereyersindung darin-nen finden ließ.
Qb es gleich seine Richtigkeit hat, daß das lateinische 8winp>u5, das Italiä-nische Ltamvs, das Französische Lll.'.mxe, einerley Wort sey, daß es in allen dreySprachen, dort das Werkzeug, womit gedruckt wird, hier das Gedruckte selbstbezeichnet: so ist es doch eben nicht so sicher, daß das deutsche Wort stampfen, dasNiederländische /m/z/i/e» , und das Englische /-?.'/->/? eben dasselbe bezeichne, ob' esgleich in allen drey Sprachen ebenfalls einerley Sache ausdrückt.
Allein
n) Ich weis wohl, daß in damaligen Zeiten das man Mit Fußstampstn macht. Wein,das Wort Visiere nicht eben den niedrigen man auch annehmen wollte, daß er Cl'slii-Degriff hatte, den ihr das Wort Fideler hat, der eines mir vergleichen Geräusch von Fuß«und daß es bei) dem -Hornes und den sckwä- stampfen verbundenen Tanzes gewesen st»: sobischen Dichtern desselben Alters auch einen ist doch das gewohnliche Taktkreten, bey einergeschickten Musieus bedeutete, den man ihr einen niedrigen Classe Musikanten, hür am allerschiek-Virmojcn benennt. Mich dünkt aber, daß liebsten zu verstehen: und die letzte Aeile, daßdiese Verse in ihrer Verbindung diese Würde man es noch handlhieren höre, drückt das da-nicht ausdrücken wellen. bey gewöhnliche Getöse deutlich genug aus,
») s>!ni'p)'t- heißt noch in den Nicderdeut- daß man nicht leicht auf eine cmdett Erfindungsehen Wörterbüchern ein /^r,„, ein Getost, dabey fallen kann.