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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
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der Buchdruckerkunst. z?

Allein auch diese angenommene Erklärung des Wortes /a,»/.>!'e», und die zumBeweise angeführten Stellen sind mehr wider, als für seine Meynung anzuwenden.

Der Ltam^us, oder die 8lam^i!!a, war schon so lange vorher im Gebrauch,daß sich der erste Ursprung in die Finsternisse der ersten Zeiten, und unter die erste,»gesitteten Völker in Asien verlieren würde; und wenn man auch den allerältestenGebrauch der Asiatcr, die Siegel mit Dinte aufzudrucken r), übergehen, und nichtdahin rechnen wollte: so ist er doch um etliche Jahrhunderte auch schon in derjenigenAnwendung, daß ihn die großen Herren gebraucht, statt ihrer eigenhändigen Unter-schrift ihre Namenszifferi! unter ihre Befehle damit zu drucken, alter, als derAntwerpische gute Ludwig.

Es ist nicht so gar ausgemacht, wenn eigentlich dieser Gebrauch aufgekommensey; er ist aber gewiß älter, als daß man den Namen von dem deutschen Wortestampfen herleiten, und durch Erweiterung des Verstandes durch einstampfen, MitGewalt eindrucken, endlich das Kunstwort drucken herausbringen möge, undwahrscheinlich unrecht, die Wörter Üampu5 und slsmMa davon in das mittlere Lateinaufnehmen zu wollen. Da die Griechen und Römer schon im Gebrauche hatten, ihreSoldaten Knechte und Missethater ^) durch heiße Eisen mit Buchstaben und ganzenZeilen Schrift °) zu zeichnen; da die Römer sowohl ihre irdene Gefäße ^) und Wein-flaschen, und ihre Becker die Vrcdte mit Buchstaben"), als selbst ihre Schriften mitihren auf Metall erhaben hervorstehenden Namen bedruckten ^): so war es schon keineganz neue Erfindung mehr, als die großen Herren sich gleicher erhaben gefchnittnerNamenSzüge statt ihrer Unterschriften in den ^!onoAr-,mmittibu8 zu bedienen ansiengen.Daß dieß fchon vor Karl dem Großen geschehen sey ist außer Zweifel; und esmuß wahrscheinlich in den Zeiten der Gothcn in Italien ihr Anfang, und auch dieBenennung gesucht werden. Außer, daß das Wort Ltsmxa noch iht im Schwe-

E z difchen

p) pococö in dcr Beschreibung des Morgen, Nouv. Irsil. Zs Dix-Iom-tt. I, iv. x. 45.

lanixS. ^ ,1 v) M.i,,/->,/?.^ in ^ntiq. Ir-t!. weil. -evi.

..) I^.b.VIII. c. I-. I..I). ^ p ^ sich auch der Ge.

^'5' brauch bis in die Zeiten des Äens?vs Maximi.

, ) ^v-.^/. I. ö. ^-W/,. in c-liua, ^. II. Uans II. mit Gewißheit erhallen. Vi^./^.^

5c. b. nli L.-ipituI. ?tr<j^. III. ex (Concil. LouK.

«) 5^,-//-^, ^nti<z. letl. I>. VII. c. zi. cle 1^87.

t) Hrn»e litterztae; litwr-tt^s epitto- ^) x-ns-re, in xavimentum pxcle-ü

t»o. ZV»»/, in Kuä. ^.11. 5c. 5. UNS in I'oeuul. s»pn!oäcre. / . viciion. Lue^ii).

^. IV. sc. 2. liolm. 177z. H>6»,//^> pe^il.n^ terr^im cun> I'^i.

n) Von beyden sind Stucke im Hcttulano nitu Nnicii-re. vdterv. iQ Llollsr. Lueo.c-U.

gefunden worden. ' ttuc. ^ ll.re eäu. l>. 59.