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Ueber die Erfindungsgeschichte
bischen stoßeil, auf die Erde stampft», und Stamx") einen Stempel bedeutet,wovon das lateinische Wort üampux füglich abstammen kann: so findet man nochin den innern Provinzen eine alte übrig gebliebene Bedeutung dieses Worts, welcheseine nähere Erklärung geben wird, warum die Gothen beyde Ideen mit einanderverbunden, und den Gebrauch dieses Worts bey dieser Sache angenommen habenkönnen. In Smaland ^) heißt /?-??.--/?-- etwas das hervorragt, ein hoherSitz, hoher Stuhl, hoher Baum. Da nun die Buchstaben der bey denRömern schon zum Siegeln und Unterdrucken der Namen gebrauchlichen metallnenTäfelchen hervorragend, SW/Wk^e/, waren: so haben die Gothen dieß vielleichtdurch das Wort üamxa von ähnlicher Bedeutung ausdrücken wollen, ob es gleichhernach bey der Aufnahme desselben in das mittlere Latein, auch zu den in die Tiefegeschnittenen Münzstempeln, Petschaften, und den Stempeln der Documente auchohne Dinte gebraucht worden, und aus der Operation des Aufdruckens itamxzre,drucken, und die ganze Ableitung des Italiänischen iiampare, itgmxatore, üum.xeiia entstanden ist
Die andere Anmerknng, welche er aus dem alten Bücherverzeichnisse einesKlosters genommen hat, wo von einem libro ltsmj)Atc) in xgxiro non sciixtc» ausdem vierzehnten Jahrhunderte geredet wird, würde wichtiger sür ihn zu einem Be-weise seiner Hypothese seyn, wenn dieß Bücherverzeichniß aus einem Niederländi-schen Kloster wäre. Allein so ist es ebenfalls gegen ihn; denn es kömmt aus demdeutschen Kloster WlblMgM in Schwaben. Diese Anwendung der Stampille,welche in die Klöster gedrungen war, war weit ausgebreitet. Legipontius ^) er-wähnt ihrer als einer gewöhnlichen Klosterbeschaftigung, und Carpentier ^) führtverschiedene, auf diese Art hervorgebrachte Bücher aus einem dergleichen Verzeich-nisse zu Paris aus dem vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderte an. Diese Stam-pl'llen einzelner Buchstaben wurden //Ve>-ne /»^Mn/ne, französisch sis/o^.?«e i), deutsch Mdnchsschrift, genannt, und scheint dieser Name mit den bischöf-lichen
») L^-rm/?. Instrumentiim pinlenäi Isu cu.tZensii. ülltssuls leu capitulum, cni imsginezii^iUi inlcu!ptas. ^. Ditt. Lusc.
Impressum c»(jeuäi protot/xon. Odtervst.w vlantils. x. 50.
d) Fo/-. //-»'e 8>vens?ct äislett Lexicon. 11x5a-l» ,766. 4to p. 170.
8 7 » ? ^»0/. Kr 8sts vlä 8pi5en i boncZ-ilufvo,-, skilci IV.UI LAUdznIiSN ock nök^olen.
>5,«o/. i^vx» tr>iä, t>> v5xte st dosk-ixelltnsr iistv» slijul unäer om tommsren.
c) Velrichs, in seinen beyde» ploxi-smmst. 6s
tksmxiÜÄ 6ixIom»iic->, und demLi^Io pontikcaliS-,-- hat Beyspiele des Gebrauchs des
Stampills von allerley Art, bis in unsere Tagegesammlet; aber weder er, rwchBauVis in derSiss. äs monoZMmmst. Imxsr. Slc. Habendessen
Alter untersucht.
6) ^>F,>o«,/«5 in liissert. <Ze !»äornsn6s etornAiiiZs IZibliotnecs, I^or. 1747. x, 12S. feiz.
e) <7-r/-/,k«//e»- in Lloss. x. 675.
i) tÄ^»-//^ I. c. /ö»^,»^ /, AI».nuel t/xoxr»xn. I. II. x. züS.