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Ueber die Erfindungsgeschichte
Das vierte Hauptstück soll ein starkes Verzeichniß von Büchern dar-legen, welche sich durch falsche Angabe des Orts, Jahrs nnd Druckers,aus vorschlichen? Betrug, Irrthum, oder Nachlässigkeit der Ausgeber, bey denjiebhabern der litterarischen Seltenheiten merkwürdig, rar und theuer gemacht haben.Marchattd hat davon eine starke Sammlung geinacht, die seinem Werke hat ange-hängt werden sollen, und auf die er sich auch an vielen Orten desselben bezieht. Manfindet ader nichts davon, als am Ende eine Einleitung, und die darüber gemachteEintheilung. Entweder hat ihn die Zeit der Ausgabe seines Werks dabey übereilt,oder sein Verleger hat es für überflüßig gehalten, solches dadurch noch mehr zu ver-stärken : denn das Verzeichniß selbst ist weggeblieben. Ich habe es unter seinen hin-terlaßncn Papieren gefunden, genutzt, und stark, sowohl mit Artikeln, als Anmer-kungen vermehrt; und so angenehm es den Liebhabern der iitteratur seyn möchte, sounangenehm dül-fte es denen seyn, die bisher mit dergleichen Werken einen berücken-den Wucher getrieben haben.
Die zweyte Abtheilung
ist der Geschichte der ausgebreiteten Bnchdruckerey durch die verschiedenenReiche in Europa bestimmt. Dieser Abschnitt allein würde ein weitläuftiges Werkausmachen, wenn diese Geschichte nach ihrem ganzen Umfange ausgearbeitet werdensollte; theils aber würde sie dann auch auf viele unnütze Kleinigkeiten ausgedehnt wer-den. Es wird deßwegen genng seyn, von ihrer Beschaffenheit überhaupt daö Nöthigezu sagen, nur das besonders Merkwürdige darzulegen, und das Speciellere auf dieQuellen zu verweisen, wo davon gehandelt wird. Es ist ganz natürlich, daß dabeyvieles vorkommen müsse, welches den Buchhandel zugleich angeht.
Das erste Hauptstück ist billig der Druckerey in Deutschland gewidmet.
Da in keinem iande von Europa die Wissenschaften so ausgebreitet sind, so ist leichtzu erachten, daß es auch die Druckereyen seyn müssen; die Schweiz und Preußen sind unstreitig mit dazu zu rechnen. Diesem soll als ein
Anhang beygefügt werden, ein Versuch eines Jahrbuchs gedruckter Bü-cher in dcntscher Sprache bis 1520. Maittaire hat diese Sprache ganz inseinem Werke übergangen. Der vormalige Prof. Johann Gottlieb Krause in WittenbergZ hatte daran gesammlet: ich habe aber nichts von seiner Ver-lassenschaft hierinnen erfahren können. Der kürzlich verstorbene Bürgemeisterund Ktterator Friedrich Gotthilf Freytag in Naumburg hat öffentlich , an-gezeigt, daß er dieses leere Fach ausfüllen wolle, da er in der PfortifchmSchulbibliothek eine gute Grundlage dazu hatte, und hat sich die Beytrage der
Gelehrten