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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
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der Buchdruckerkunst.

Gelehrte«, dazu erbeten. Er ist aber auch nicht glücklich darinnen gewesen;sein Werk ist nicht zu Stande gekommen, und ich habe auch nicht erfahren,daß sich etwas in seiner Verlassenschaft davon gesunden hatte. Seit solcherZeit ist zwar von verschiedenen Orten darinnen mehr vorgearbeitet worden,das aber nicht hinreichend seyn dürste, diese Sache zu erschöpfen. Ich weisnicht, ob ich es wagen darf, bey einer gleichartige!, Bitte um einen Beytrag,mir ein günstigeres Glück zu verfprechen, als meine Vorgänger.

Der übrige Umfang dieses Abschnittes wird die fernere Geschichte der Drtlcke-rey in den übrigen Theilen von Europa erzählen.

Die ehemalige Complutenfische oder Alralaische Druckerei) in Spanien ; die könig-liche Druckereyen in Lissabon und Madrit ; die Beförderung, welche die Könige inFrankreich , von Franz dem I. bis auf iudwig den XV, der Kunst gegönnet haben;die Menge von Künstlern in Schriften, welche Frankreich in etlichen Jahrhunder-ten hervorgebracht hat; die Bemühungen der Badins, Morells, Gonrmont,«nd Dolet, und die Schicksale und Verdienste der Stephane; die Anlegung derköniglichen Druckerey; die große Anzahl schöner Ausgaben in unsern Tagen; dieMenge von Verordnungen, welche die Kunst angehen, machen Frankreich hierbei),und das Stück dieser Geschichte überaus wichtig. Wie vielen Antheil nimmt nichtgleich in den ersten Iahren der vollendeten Buchdruckerknnst Italien an ihrer Ver-schönerung ! Die ersten Künstler, welche sich außerhalb Deutschland begaben, gien-gen dahin. Rom, Venedig, Mayland, Florenz , haben um die Wette durch neueSchriftarten die Knnst verschönert, und die Weisheit der Griechen und des Orientsgemeiner gemacht; so wie die nachherigen wichtigen Officinen des Vaticans, desLolleZü äe xroxnZ-uicla Lcie, und der Mcdiceischen Familie zu Rom , des Institutszu Bologna , und andere, bis zn unsern Tagen, solches immer noch weiter getriebenhaben. Und hat schon England etwas spater großen Antheil an der Ausbildung derKunst genominen, so hat es doch Oxford und iondon, vorzüglich Birmingham undGlasgow , in unsern Tagen desto reichlicher gethan. Wem aber kann der Ruhin unbe-kannt seyn, den sich die Niederlande im vorigen Jahrhunderte durch Werke, derenSchönheit, Pracht und Kostbarkeit hervorleuchten, erworben haben, und wo dieNamen der Plantine, der Raphelinge, der Bleans, der Iansons und dcr Elzevireso berühmt geworden sind? Haben oi.' übrigen Reiche von Europa nicht so einenglänzenden Antheil an der Verbesserung und Verschönerung der Buchdruckerei) ge-nommen; so haben sie es doch nicht versäumt, diese Kunst sich bald zuzueignen.Dänemark hat durch Anziehung der berühmten Elzevire nicht nur an ihrer Ver-schönerung Theil zu nehmen gesucht, sondern es hat sie sogar bis nach Island und nach

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