Druckschrift 
Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

Ueber die Erfindungsge'fchichte

Malübaren, das heißt, in der kältesten und wärmsten Himmelsgegend, bekannt ge-macht. Schwede» hat sich durch seine große Königinn Christine um ihre Ver-schönermig, durch Anziehung der eben so berühmten Icmsone bemüht, und istsogar seinein Nachbar Rußland mit dem Abdrucke der nöthigen Bücher zuHülse gekommen, da dessen Verfassung ihm nicht selbst gcnugthun konnte. Undobgleich erst unter der itzigen großen Kaiserinn und Ausbreiten«» der Wissenschaftenund Künste, Katharine der II, gestattet wurde, den Gebrauch der Druckerei) auchPrivatpersonen zu erlauben: so haben sich doch schon der Stifter des itzigen großenReichs, Peter der I , und seiue Nachfolger, mit Anlegung und großer Erweiterungder Druckercycn des Synods in Moskau, der Akademie in Petersburg und Moskau ,des Senats und des Kadettenhauses zu Petersburg , und durch die Erlaubniß zumDruck Krusmskischer und Tatarischer Bücher, sehr verdient gemacht.

Pohlen, Böhmen und Ungarn dürften vielleicht keine so große Figur in derGeschichte der Buchdruckcrey machen, als es andere Reiche gethan haben; gleich-wohl haben sich in vorigen Zeiten Krakau und Rakau in Pohien, und Prag in Böh-men , mit ihren gelieferten Werken bekannt genug gsmacht; und die Druckereyenin den Häusern der Ordensgeistlichen in Pohlcn, Böhmen und Ungarn , sind gleich-falls nicht müßig gewesen, den Wissenschaften nützliche Dienste zu leisten, woranauch die Slavonische Nation ihren Antheil hat.

Von weitein Umfange nicht, aber immer interessant genug dürfte die Ge-schichte der Druckerey der Griechen in verschiedenen Gegenden, der Druckerei) inden Türkischen Staaten, und in den verschiedenen Gegenden von Asien nnd Ame-nca scim, wohin sie durch verschiedene Wege, und durch die Bemühung verschie-dener Europaischer Völkerschaften gebrack)t worden ist; und eben dieß wird von denDruckercycn der Juden, welche wirklich in einem und dem andern Stücke zu ihrerVerbesserung und Erweiterung etwas beygetragen haben, und von denDruckeresMder Klöster nnd Privatpersonen gesagt werden können.

Es ist leicht zu sehen, daß das Mehresie von dem, was hier gesagt werdenkann, von andern schon vorher bearbeitet worden sey. Da es aber stückweise undaus verschiedenen Gesichtspuncten geschehen ist: so wird der Vortrag von alle deindie Sachen mehr mit einander verbinden, und durch die nöthigen, sowohl histori-schen als mechanischen Zusätze und Erläuterungen, etwas mehr als eine bloße ma-gere Compilation darlegen.

Der