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Theil 1 (1777)
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Glücklich. Glückseelig.

Einen glücklichen Tag, nennen wir denjenigen, anwelchem wir durch einen besonderen Zufall, etwas Guteserlangen: Einen glückseligen Tag, denjenigen, anwelchem wir so etwas erlangen, waö unseren wahrenWolstand befördert.

So sagt man auch: Ein glückliches Naturel, einglückliches Temperament, weil man es gleichsam, ei«nem guten Zufalle, oder gutem Schicksale zuschreibt, daßjemand ein solches Naturell oder Temperament bekom-men hak.

Man wird zwar das Wort glücklich, zuweilen ohneBeziehung auf einen Zufall oder besonderes Schicksal,und in der Bedeutuna der Glücksecligkeit gebraucht finden.Z. B. Hier auf der Welt, ist noch niemand vollkommenglücklich gewesen: Wenn der Mensch, sich noch so vielMühe giebt glücklich zu werden, und wenn er alles er-langen sollte, was er sich wünschet, so wird er doch indem Besitz der irdischen Dinge, niemals vollkommenglücklich seyn: Durch die Gerechtigkeit, werden die Lan-der blühend, und die Königreiche glücklich gemacht,und dergleichen.

Allein es würde'doch die Frage bleiben, ob solcherGebrauch auch gut sey? Zum wenigsten würde sich inallen solchen Redensarten, das Wort glückseelig besserschicken: Hier auf der Welt ist noch niemand vollkom-men glückseelig gewesen: In dem Besitz der irdischenDinge, kann der Mensch niemals vollkommen glücksee-lig seyn: durch die Gerechtigkeit, werden die Länder blü-hend und die Königreiche glückseelig gemacht, unddergleichen.

Daß zwischen diesen Wörtern, wirklich ein Unterschiedsey, welcher besonders darin bestehet, daß glückseeligmehr von solchen Dingen gebraucht wird, die an sichund ihrer Natur nach unseren Wohlstand besördern, schei-net mir daraus klar zu seyn, wett man dte>cs ^on, m

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