Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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4 Glücklich. Glückseelig.

der Verbindung mit einem Hauptworte, niemals von sol-chen Dingen gebrauchen kann, die ihrer Natur und Be-schaffenheit nach schädlich sind, da man ihnen doch,wenn sie durch einen Zufall oder besonderes Schicksal gutausschlagen, zuweilen das Beiwort glücklich beilegenkann. So s>gt man wol : Ein glücklicher Acü-g,wenn er ohne Schaden gesührct wird, und man darinVortheile erhalt, aber nicht ein glücksbeliger Rrieg.Von jemand, welcher einen gefährlichen Fall thut, undsich doch nicht beschädiget, sagt man wol: Er that nocheinen recht glücklichen Fall, aber nicht, er that einenrecht glückseeligen Lall- Man sagt auch: Ein glück-licher Zufall, aber nicht, ein glückfecliger Zufall.

Herr Adelung hat dieses in seinem Wörterbuchsnicht bemerket, und giebt sich viel Mühe zu zeigen, daßdas Wort glückstelig ,'n allen Bedeutungen des Wortesglücklich gebraucht werde, welches er auch aus derEtymologie zu beweisen sucht,indem das Sufsitumfeelig, von fal abstammet, und mit der Sylbe lich,ziemlich einerlei Bedeutung hat. Es fallt dadurch, sagter, zugleich Hrn. Stoschens Unterschied weg, nachwelchem glücklich, dasjenige ist, was durch einen Zu-fall gut ausschläget, und glückseelig, was an sich undseiner Natur nach, unseren Wohlstand befördert.,,

Allein es wäre nicht nur, gegen verschiedene seinergegebenen Beispiele, manches einzuwenden, da er sie ineiner Bedeutung anführet, welche sie wirklich nicht ha-ben, sondern er gesiehet auch zuleßt selbst, das; in denersten Bedeutungen, wo der Begriffdes Zufalls,am meisten hervor sticht, das lVorc glückfeelig,in der anständigen Gprechare der Hochdeutschen,wenig mehr gebraucht wird. Dieses Geständnißselbst, kann also wirklich meinen gegebenen Unterschiedbestätigen, daß das Wort glücklich, dem heutigenGebrauche nach, sich mehr auf einen Zufall beziehe, alsSlücrsecl'g. u-berdem.