Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

lo Nackend. Bloß. Entblößet.

6. Nackend. Bloß. Entblößet.

.xkend drucket den natürlichen Zustand des Men-schen aus, in welchem er ohne alle Bedeckung ist.XVachrer leitet her, von dem Angelsachsischen riscen-neci, nzcencit-, welches neugebohren bedeutet, vondem acluerbio nui^er u >d ceMan, n^sci. Hos. 2,v- ?. heißc es: Auf daß ich sie nicht nackend ausziehe,und darstelle, wie sie war, da sie gebohrcn ward. Mansagt daher auch im gemeinen Reden H mrrernackend,das ist, so wie ein Kind, welches erst von seiner Mutterkommt. Vloß siehet nur auf die Beraubung devKleider.

backend, beziehet sich gemeiniglich auf den ganzenjeib des Menschen: Äioß kann auch von einem und demanderen Gliede gesaget werden, welches unbedeckt ist.Wenn der ganze Leib unbedeckt ist, so heißt er nackend;Wenn nur ein oder das andere Glied unbedecket ist, soheißt es bloß.

So sagt man: Im Stande der Unschuld, waren un-sere ersten Eltern nackend: Verschwimmen will, mußsich nackend ausziehen: Er saß nackend im Bade:Die Gratien werden nackend abgebildet: Dieses Ge-mälde stellet eine nackende Venus vor: Die Gymnoso-phisten gingen nackend, und dergleichen. In allen sol-chen Redensarten, wo von dem ganzen Leibe die Redeist, welcher keine Bedeckung hat, und sich in seinemangebohrnen Zustande zeiget, kann das Wort bloß nichtgebraucht werden. Man wird nicht sagen: Im Standeper Unschuld waren unsere erste Eltern bloß u.s.w.

Hingegen sagt man; Mit bloßem Haupte: Mitbloßen Füßen: Er streifte den Ermel seines Kleidesauf, und focht mit bloßem Arme: Dieses Gemälde stel-let die Cleopatra vor, welche sich eine Schlange an diebloße Brust setzet, und dergl. In allen solchen Redens-

arten,