Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Nackend. Bloß. Entblößet. n

arten, wo nur von einem unbedeckten Gliede die Redeist, würde sich das Wort nackend nicht schicken. Mankann nicht sagen: Mit nackenden: Haupte u. s. w.

Man sagt auch ein bloßer Degen, wenn der De-gen auö der Scheide gezogen, und also »»bedecket ist.

Und es ist sehr gewöhnlich, beide diese Wörter,nackend und bloß mit einander zu verknüpfen; z. B.Er hat nackend und bloß entfliehen müssen.- Sie ha-ben ihn nackend und bloß gelassen. Solche Ver-knüpfung zweier ahnlichbedeutenden Wörter, hat in unse-rer Sprache gemeiniglich einen besondern Nachdruck,und auch hier stellet das erste den Zustand des ganzenjeibes vor, der eben so unbedecket ist, als er zur Weltgekommen; Das zweite siehet auf die Beraubung derKleider, als das Mittel, wodurch er darein versetzetworden.

Zuweilen werden diese Wörter, auch in einer unei-gentlichen Bedeutung genommen. So heißt bloß, soviel als einer Sache, und besonders des Schutzes berau-bet seyn, und Frisch führet aus Lronspergern vonder Nriegesrüstung an, daß er nackte Leute, dieje-nigen nennet, die keinen Harnifch anhaben. In sol-cher Bedeutung, da es so viel heißt, als mit keinenSchutzwaffen bedecket seyn, kommt es auch vor, imBuche Judith 5, v. 25. Sind es doch eitel nackteLeute und keine Krieger. Und in Heinrich vonOsterdingen, Heldenbuch, werden solche nackendgenannt, welche ihre Waffen abgeleget hatten.

An Waffen wurden gefangen

Die Helden Hochgemeyt

Wann das sie nackend warenImgleichen sagt Frisch, es bedeute zuweilen, da»gehörige Oberkleid nicht anhaben, er führet aber keineBeispiele an.

Herr